Ob Sie Hinweise auf das Schicksal von NS-Verfolgten in Ihrer Familie suchen oder Informationen für Forschungs- oder Bildungsprojekte benötigen: Unser Anfrageformular ist der beste und schnellste Weg, mit uns Kontakt zu Ihrem Anliegen aufzunehmen.
Darüber können wir Auskunft geben
Von der Verfolgung während der NS-Zeit zeugen die unterschiedlichsten Arten von Unterlagen und Dokumenten. Hier erfahren Sie, zu welchen Personengruppen und Themen wir Ihnen auf der Grundlage unserer archivierten Materialien weiterhelfen können.
In Konzentrationslagern, Ghettos, Arbeitslagern und Gestapo-Gefängnissen waren sowohl jüdische als auch nichtjüdische NS-Verfolgte inhaftiert, darunter auch sowjetische Kriegsgefangene und italienische Militärinternierte. Wir geben Ihnen Auskunft auf Basis der von der NS-Administration zur Verwaltung der Inhaftierten geführten Akten sowie der Listen mit Namen ermordeter oder befreiter Häftlinge, die nach Kriegsende angelegt wurden.
Etwa 13 Millionen Menschen aus mindestens 21 Ländern mussten während des Zweiten Weltkriegs für die Deutschen Zwangsarbeit leisten, wurden teilweise zu diesem Zweck ins Deutsche Reich verschleppt. Die Arolsen Archives verwahren dazu Millionen von Dokumenten, darunter die sogenannte Kriegszeitkartei mit 4,2 Millionen Dokumenten, die zum Teil im Original, zum Teil als Kopien aus anderen Archiven vorliegen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Arolsen Archives vor allem Dokumente zu zivilen Personen verwahren, die im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten. Zur Zwangsarbeit in den besetzten Gebieten sowie zu nichtzivilen Kriegsgefangenen, die zur Arbeit gezwungen wurden, existieren bei uns hingegen kaum Unterlagen.
Als die Alliierten Deutschland und die von den Deutschen besetzten Länder befreiten, trafen sie auf ca. 10 bis 12 Millionen Menschen, die sich infolge der nationalsozialistischen Verfolgung außerhalb ihrer Herkunftsländer befanden und die sie als Displaced Persons (auch personnes déplacées, kurz DPs) bezeichneten. So entstand ein einziger Begriff für eine riesige Gruppe von Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebens- und Verfolgungswegen. Zwar sind in den Arolsen Archives Millionen Dokumente zu DPs erhalten, doch nicht alle jemals erstellten Dokumente zu einzelnen Personen dieser Gruppe sind überliefert. Dennoch stellen die DP-Dokumente in den Arolsen Archives einen einzigartigen Quellenbestand dar: sie verdeutlichen die schwierige Übergangssituation deutlich macht, in der sich Millionen von Menschen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befanden und geben Auskunft über ihr Leben nach der Befreiung.
Viele Kinder und Jugendliche wurden nach dem Krieg als Waisen oder unbegleitete Minderjährige aufgefunden. Diese jungen Menschen mussten sich allein in einer Welt zurechtfinden, die durch Zerstörung und Chaos geprägt war. Die Arolsen Archives bewahren zahlreiche Dokumente auf, anhand derer sich Schicksale solcher unbegleiteten Kinder und Jugendlichen rekonstruieren lassen, darunter z. B. Unterlagen über Transporte oder die Aufnahme in Kinderheimen.
Viele Menschen starben während des Zweiten Weltkriegs in der Haft oder im Verlauf der Zwangsarbeit; diese Todesfälle wurden oft nicht ausreichend dokumentiert. In vielen Fällen wurden die Verstorbenen von den örtlichen Gemeinden oder den Verantwortlichen der Lager bestattet. Diese Grabstellen, häufig namenlose Massengräber, sind ein oft übersehener Teil der Erinnerungskultur. Die Arolsen Archives sammeln und bewahren die wenigen Dokumente zu solchen Bestattungen auf, etwa Sterbeurkunden, Grabregister und andere administrative Aufzeichnungen. Besonders Angehörige und Nachkommen bietet sich so die oft einzige Möglichkeit, letzte Ruhestätten der Verstorbenen zu lokalisieren und mehr über die Umstände zu erfahren, unter denen ihre Familienmitglieder starben und bestattet wurden.





Weitere Auskunftsstellen
Wenn es um Entschädigungen für jüdische Opfer der NS-Verfolgung geht, erhalten Sie Unterstützung auf: www.claimscon.de
Wir haben keine Informationen über Soldaten der ehemaligen Deutschen Wehrmacht oder zu Vertriebenen und Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches. Bitte wenden Sie sich an: www.bundesarchiv.de
Informationen über Kriegs- und Zivilgefangene sowie Wehrmachtsvermisste oder von der Roten Armee verschleppte Zivilisten gibt: www.drk-suchdienst.de
Keyfacts
5Monate
durchschnittliche Bearbeitungszeit
10Monate
maximale Bearbeitungszeit
32148Anfragen
in 2025
Anfragen beantworten wir in der Regel in der Reihenfolge ihres Eingangs. Bei hoher Dringlichkeit – dazu zählen zum Beispiel Recherchewünsche von Überlebenden – ziehen wir jedoch einzelne Anfragen gegebenenfalls vor. Die Wartezeit bis zur Beantwortung kann daher von nur einigen Tagen bis zu wenigen Wochen betragen.
Bitte nutzen Sie für Ihre Recherchen immer zuerst unser Online-Archiv. Sehr oft finden Sie bereits dort schnell und einfach die gesuchten Informationen.

Viele Familien wissen bis heute nicht, was mit ihren Verwandten nach der Deportation durch das NS-Regime geschah. Sie haben den Wunsch, ihre Wurzeln zu finden, die eigene Familiengeschichte besser zu verstehen und Raum für Erinnerung zu schaffen. Oft konnten oder wollten Überlebende oder Angehörige von Opfern nicht über die NS-Verfolgung sprechen. Manchmal kamen zusätzlich Familiengeheimnisse mit ins Spiel, etwa uneheliche Kinder oder zurückgelassene Familien. Nach dem Tod der Eltern beziehungsweise Großeltern ist es heute vielen Nachkommen ein tiefes Bedürfnis, sich intensiver mit der Vergangenheit zu beschäftigen und Spuren zur eigenen Familiengeschichte zu finden. Dabei unterstützen wir die Suchenden gern.

Es gibt keine Dokumente, keine Fotos, kein Kleidungsstück, kein Spielzeug, rein gar nichts aus der Zeit vor und während der Shoah. Insofern haben die drei Dokumente aus der Zeit der KZ-Haft meines Vaters eine ganz besondere Bedeutung für mich.
René Manu, Sohn von Daniel Manu, einem griechischen Juden aus Thessaloniki. Die Nationalsozialisten verschleppten ihn und seine ganze Familie in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Daniel Manu überlebte als Einziger.
Wie sieht eine Auskunft der Arolsen Archives aus?
In mehr als der Hälfte aller Anfragen können wir auf Basis unseres Archivs Auskünfte geben. Sie erhalten dann von uns Kopien der gefundenen Dokumente, jeweils mit einer Beschriftung am unteren Bildrand, die erklärt, von wem die Dokumente stammen, warum sie ausgestellt wurden etc. Detailliertere Informationen bietet unser e-Guide, der zu einer Vielzahl von Dokumenten Erklärungen bereitstellt.
Darüber hinaus erhalten Sie Tipps und Adressen für weitere Recherchen. Wenn Sie mehr Informationen wünschen, können Sie uns gerne ansprechen. Auch wenn sich zur Ihrer Suche keine Informationen in unserem Archiv finden, bemühen wir uns sehr, Ihnen mit sachkundigem Rat für Ihre weitere Recherche in anderen Archiven, Ämtern, Verwaltungen und Gedenkstätten weiterzuhelfen.
