Als Organisation mit internationalem Charakter unterliegen die Arolsen Archives eigenen Datenschutz-Richtlinien. Die Einhaltung dieser Richtlinien bei der Datenverarbeitung wird seit 2024 von einem unabhängigen Datenschutz-Board beaufsichtigt.
Wie setzt sich das Board zusammen?
Die Mitglieder des Datenschutz-Boards werden vom Internationalen Ausschuss (IA), dem Kontrollgremium der Arolsen Archives, benannt. Jeder der elf Mitgliedsstaaten des IA kann ein Mitglied in das Komitee entsenden. Aktuell besteht das Board aus sieben Mitgliedern.
Vorsitzender des Boards ist Filip Strubbe vom Belgischen Nationalarchiv, stellvertretender Vorsitzende ist Toby Simpson, Direktor der Wiener Library mit Sitz in London.
Das Gremium tritt regelmäßig alle drei Monate zusammen, kann aber jederzeit außerordentlich tagen, um Anfragen der Arolsen Archives oder Anliegen von außerhalb zu prüfen. Die Sitzungen des Boards sind nicht öffentlich.

Aufgaben des Datenschutz-Boards
Die wichtigste Aufgabe des Datenschutz-Boards ist, zu überwachen, ob die Datenverarbeitung bei den Arolsen Archives den Richtlinien und Vorschriften entspricht. Werden die Rechte des Einzelnen auf Privatsphäre angemessen geschützt? Geht die Organisation verantwortungsvoll und sicher mit personenbezogenen Daten um? Dabei arbeitet das Board mit der Datenschutzbeauftragten und den Datenschutzbehörden zusammen.
Außerdem beantwortet der Board Anfragen und Beschwerden von Nutzer*innen und Dritten. Bei diesen Anliegen kann es zum Beispiel um die Herausgabe von Informationen oder Kopien gehen. In seltenen Fällen bitten Personen auch um die Depublizierung von Dokumenten. Beispielsweise weil sie personenbezogene Daten von noch lebenden Personen enthalten. Oder weil Angehörige nicht möchten, dass individuelle Dokumente von Verstorbenen online recherchierbar sind. In diesen Fällen prüft das Board, ob die Entscheidung der Arolsen Archives korrekt und nachvollziehbar ist. Er kann auch konkrete Maßnahmen anweisen.
Darüber hinaus arbeitet das Komitee an der Weiterentwicklung der Datenschutz-Richtlinien und formuliert Regularien für den Umgang mit häufig wiederkehrenden Fällen.
Über seine Arbeit berichtet das Board einmal jährlich schriftlich an den IA.
Handlungsgrundlage für die Tätigkeit des Boards ist das Berliner Übereinkommen über den Internationalen Suchdienst vom 9. Dezember 2011 und Datenschutzrichtlinien sowie die Geschäftsordnung des Datenschutzboards vom Juni 2022.
Häufig gefragt
Die rechtliche Grundlage für die Arbeit der Arolsen Archives ist das Berliner Übereinkommen vom 9. Dezember 2011. Mit diesem Übereinkommen wurde das Archiv des ITS für Forschung, Erinnerung und Gedenken geöffnet. Als Organisation internationalen Charakters haben die Arolsen Archives seit 2022 eine eigene Datenschutzrichtlinie.
Nein. Nach dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung 2018 hat der Internationale Ausschuss, das Aufsichtsgremium der Arolsen Archives, intensiv beraten und beschlossen, dass die Arolsen Archives als Organisation internationalen Charakters nicht der DSGVO unterliegen. Stattdessen wurden eigene Datenschutzrichtlinien erarbeitet. Mit dem Datenschutz-Board wurde ein unabhängiges Kontrollgremium geschaffen, das deren Einhaltung kontrolliert.
Bitte beachten Sie, dass im Online-Archiv sensible Daten über die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung enthalten sind. Die Arolsen Archives veröffentlichen Dokumente in ihrem Online-Archiv ausschließlich entsprechend der Datenschutzrichtlinien der Arolsen Archives.
Alle Nutzer des Online-Archivs sind persönlich für die Einhaltung der jeweils geltenden Datenschutzrechte sowie anderer Gesetze verantwortlich. Die Arolsen Archives können nicht für Publikationen verantwortlich gemacht werden, die aus der Nutzung des Online-Archivs resultieren.
Der Bestand der Arolsen Archives enthält mehrheitlich historische Daten aus der Zeit bis 1945 und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Für diese Daten besteht nur in Ausnamefällen noch eine Schutzfrist bzw. eine Einschränkung in der Nutzung.
Bitte kontaktieren Sie uns , wenn Sie, z.B. als Angehöriger eines Verfolgungsopfers, der Veröffentlichung bestimmter personenbezogener Daten nicht zustimmen.
Ihre Anfrage wird sorgfältig geprüft. Sollten wir zu der Überzeugung kommen, dass es berechtigte Gründe für die Depublizierung von Dokumenten gibt, werden diese offline gestellt. Die Regeln, nach denen wir diese Entscheidung treffen, sind mit dem Datenschutz-Board abgestimmt und auf unserer Website einsehbar.
