Online-Ausstellung #StolenMemory
Zum 80. Jahrestag des ersten Transports polnischer Häftlinge in das Konzentrationslager Auschwitz am 14. Juni 2020 präsentieren die Arolsen Archives in Kooperation mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erstmals eine digitale #StolenMemory Ausstellung.

Die eigens entwickelte Online-Ausstellung berichtet über die Verfolgungswege und Schicksale von 14 ehemaligen Häftlingen des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz - viele von ihnen waren im ersten Transport. Sie zeigt außerdem, welche persönlichen Gegenstände noch im Archiv aufbewahrt werden. Aber auch die Geschichten von Rückgaben an Familien werden erzählt.

#Gefunden

#Gefunden: Hermanowicz
Bolesław
Hermanowicz

Bolesław Hermanowicz war am 14. Juni 1940 einer von 728 Häftlingen im ersten Transport in das Konzentrationslager Auschwitz. Ort und Grund seiner Verhaftung sind nicht bekannt.

Nach dem Krieg suchte seine Mutter, die im Februar 1943 das letzte Lebenszeichen erhalten hatte, nach ihrem Sohn. Bolek, wie ihn Familie und Freunde nannten, war erst 17 Jahre alt und Pfadfinder.

Die Suche beim Roten Kreuz blieb erfolglos. So kannten auch seine Nichten das Schicksal ihres Onkels nicht, bis die Arolsen Archives mithilfe der Journalistin Jowita Flankowska seine Halskette mit silbernen Kreuz und seine Armbanduhr zurückgeben konnten. Aus den Dokumenten in Arolsen geht hervor, dass Bolesław Hermanowicz nur wenige Wochen nachdem er den Brief an seine Mutter Antonia geschrieben hatte, von Auschwitz in das KZ Neuengamme bei Hamburg transportiert wurde. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

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Nach dem Krieg suchte seine Mutter, die im Februar 1943 das letzte Lebenszeichen erhalten hatte, nach ihrem Sohn. Bolek, wie ihn Familie und Freunde nannten, war erst 17 Jahre alt und Pfadfinder.

Die Suche beim Roten Kreuz blieb erfolglos. So kannten auch seine Nichten das Schicksal ihres Onkels nicht, bis die Arolsen Archives mithilfe der Journalistin Jowita Flankowska seine Halskette mit silbernen Kreuz und seine Armbanduhr zurückgeben konnten. Aus den Dokumenten in Arolsen geht hervor, dass Bolesław Hermanowicz nur wenige Wochen nachdem er den Brief an seine Mutter Antonia geschrieben hatte, von Auschwitz in das KZ Neuengamme bei Hamburg transportiert wurde. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

#Gefunden: Tomasik
Wilhelm
Tomasik

Der erste Häftlings-Transport erreichte das Konzentrationslager Auschwitz am 14. Juni 1940. Unter den 728 polnischen politischen Gefangenen war Wilhelm Tomasik aus Krakau, Häftlingsnummer 544.

Später deportierte ihn die SS in das KZ Neuengamme, von wo es ihm gelang, im Herbst 1943 einen Brief an seine Mutter zu schreiben. Wilhelm Tomasik überlebte die Lager und kehrte nach dem Krieg nach Polen zurück.

Sein Enkel entdeckte im Online-Archiv der Arolsen Archives die Zeugnisse und Fotos, die dem Großvater bei der Verhaftung geraubt worden waren. Dank dessen konnten diese Gegenstände endlich an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückkehren.

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Später deportierte ihn die SS in das KZ Neuengamme, von wo es ihm gelang, im Herbst 1943 einen Brief an seine Mutter zu schreiben. Wilhelm Tomasik überlebte die Lager und kehrte nach dem Krieg nach Polen zurück.

Sein Enkel entdeckte im Online-Archiv der Arolsen Archives die Zeugnisse und Fotos, die dem Großvater bei der Verhaftung geraubt worden waren. Dank dessen konnten diese Gegenstände endlich an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückkehren.

Erster Auschwitz-Transport
Am 14. Juni 1940 erreichte der erste Transport mit 728 polnischen Gefangenen aus dem Gefängnis Tarnów das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz. Die Deutschen terrorisierten seit Kriegsbeginn am 1. September 1939 die Bevölkerung und versuchten jeden Widerstand zu brechen. So befanden sich unter den ersten Häftlingen Soldaten, Politiker, Beamte, Lehrer, Ärzte und Geistliche aber auch Schüler und Pfadfinder. Die SS registrierte die Neuankömmlinge mit den Nummern 31 bis 758. Sie mussten gestreifte Häftlingskleidung sowie einen roten Winkel tragen, als Zeichen ihrer Häftlingskategorie „Politisch“.

#Gesucht

#Gesucht: Golik
Edward
Golik

Wir suchen Angehörige von Edward Golik, geboren am 15.10.1912. Der aus Rajsko, Kreis Krakau stammende Pole kam im Juni 1940 als einer der ersten Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz an.

Die SS registrierte ihn mit der Häftlingsnummer 95 und der Inhaftierungskategorie „Politisch“. Später überstellte sie ihn ins KZ Neuengamme. Auf seiner Häftlingskarte von dort ist der Beruf Kaufmann eingetragen, als Nebenberuf gab Edward Golik „Koch“ an. Vermutlich hat er das KZ nicht überlebt.

Einen kleinen Einblick in sein Leben vor der Verhaftung geben seine persönlichen Gegenstände: Fotos, eines mit dem Stempel aus Rabka-Zdrój, und ein Grenzübertrittschein der deutschen Besatzungsbehörden, abgezeichnet 1939 in Krakau. Der angegebene Bestimmungsort ist Łódź, Polen.

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Die SS registrierte ihn mit der Häftlingsnummer 95 und der Inhaftierungskategorie „Politisch“. Später überstellte sie ihn ins KZ Neuengamme. Auf seiner Häftlingskarte von dort ist der Beruf Kaufmann eingetragen, als Nebenberuf gab Edward Golik „Koch“ an. Vermutlich hat er das KZ nicht überlebt.

Einen kleinen Einblick in sein Leben vor der Verhaftung geben seine persönlichen Gegenstände: Fotos, eines mit dem Stempel aus Rabka-Zdrój, und ein Grenzübertrittschein der deutschen Besatzungsbehörden, abgezeichnet 1939 in Krakau. Der angegebene Bestimmungsort ist Łódź, Polen.

#Gesucht: Grąz
Ludwik
Grąz

Wir suchen Angehörige von Ludwik Grąz, geboren am 16. September 1921. Er wohnte in Brest, im heutigen Weißrussland, und besuchte dort die Berufsschule.

In seinem Schülerausweis ist der Name seines Vaters Wojciech vermerkt. Im Alter von nur 18 Jahren verschleppten ihn die Nationalsozialisten mit dem ersten Transport im Juni 1940 in das Konzentrationslager Auschwitz. Er erhielt die Häftlingsnummer 82. Später war er Häftling im KZ Neuengamme bei Hamburg. Dort war seine Häftlingsnummer die 17956.

Über das Schicksal von Ludwik Grąz ist nicht viel bekannt. Er starb vermutlich im Mai 1945 in der Lübecker Bucht, als Schiffe bombardiert und zur Todesfalle für über 6000 KZ-Häftlinge wurden.

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In seinem Schülerausweis ist der Name seines Vaters Wojciech vermerkt. Im Alter von nur 18 Jahren verschleppten ihn die Nationalsozialisten mit dem ersten Transport im Juni 1940 in das Konzentrationslager Auschwitz. Er erhielt die Häftlingsnummer 82. Später war er Häftling im KZ Neuengamme bei Hamburg. Dort war seine Häftlingsnummer die 17956.

Über das Schicksal von Ludwik Grąz ist nicht viel bekannt. Er starb vermutlich im Mai 1945 in der Lübecker Bucht, als Schiffe bombardiert und zur Todesfalle für über 6000 KZ-Häftlinge wurden.

#Gesucht: Pawliszyn
Edmund
Pawliszyn

Wir suchen Angehörige von Edmund Pawliszyn, geboren am 2. Februar 1918 in Kołomyja, in der heutigen Westukraine.

Am 14. Juni 1940 brachten ihn die deutschen Besatzer mit dem ersten Transport ins Konzentrationslager Auschwitz, Häftlingsnummer 158. Es gibt keine Dokumente darüber, wann die SS Edmund Pawliszyn in das KZ Neuengamme überstellte. Es ist sein letzter bekannter Aufenthaltsort.

Einige wenige zusätzliche Informationen finden sich in Dokumenten aus der Nachkriegszeit in den Arolsen Archives: 1948 hatte Edmund Pawliszyns Onkel, Stefan Olszaniecki, nach seinem vermissten Neffen gesucht. Aus dieser Korrespondenz geht hervor, dass der junge Mann vor seiner Verhaftung Jura studierte. 

1962 übernahmen die Arolsen Archives die „Effekten“ aus dem KZ Neuengamme, darunter seine Armbanduhr.

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Am 14. Juni 1940 brachten ihn die deutschen Besatzer mit dem ersten Transport ins Konzentrationslager Auschwitz, Häftlingsnummer 158. Es gibt keine Dokumente darüber, wann die SS Edmund Pawliszyn in das KZ Neuengamme überstellte. Es ist sein letzter bekannter Aufenthaltsort.

Einige wenige zusätzliche Informationen finden sich in Dokumenten aus der Nachkriegszeit in den Arolsen Archives: 1948 hatte Edmund Pawliszyns Onkel, Stefan Olszaniecki, nach seinem vermissten Neffen gesucht. Aus dieser Korrespondenz geht hervor, dass der junge Mann vor seiner Verhaftung Jura studierte. 

1962 übernahmen die Arolsen Archives die „Effekten“ aus dem KZ Neuengamme, darunter seine Armbanduhr.

Mementoes of Nazi Victims
Die SS nahm den KZ-Häftlingen ihre persönlichen Gegenstände ab. Sie wurden als sogenannte „Effekten“ auf Karteikarten erfasst, in Umschlägen verwahrt und bei einer Verlegung der Häftlinge in andere KZ mit überstellt. Den persönlichen Besitz der Juden, Sinti und Roma, sowjetischen Kriegsgefangenen und Häftlinge anderer Nationalitäten, die in den Gaskammern ermordet wurden, raubte und verwertete die SS dagegen sofort.

Einige der Gefangenen aus dem KZ Auschwitz kamen in das KZ Neuengamme in Hamburg. Kurz vor der Befreiung des Lagers brachte die SS alle „Effekten“ in ein Versteck, wo die britische Armee den Besitz der Häftlinge fand. Die erhaltenen Gegenstände werden bis zur Rückgabe an die Familien in den Arolsen Archives aufbewahrt.

#Gesucht: Slęzak
Zygmunt
Slęzak

Wir suchen Angehörige von Zygmunt Slęzak, geboren am 19. April 1919. Die SS deportierte den 21-Jährigen 1940 ins Konzentrationslager Auschwitz.

Eine der wenigen Spuren des jungen Mannes sind Einträge im Krankenbuch des KZ, die letzte Notiz ist vom 12. November 1943. Zwischen dem 25. und 27. August 1944 kam er vermutlich mit einem Transport ins KZ Neuengamme.

Nur ein persönlicher Gegenstand von Zygmunt Slęzak hat als sogenannte „Effekte“ den Krieg überdauert und wurde von den britischen Alliierten gefunden: eine Taschenuhr. Auf deren Ziffernblatt steht „Foreign“, in Großbritannien war das oft die Kennzeichnung für aus dem Ausland eingeführte Ware. Auf der Rückseite der Uhr sind die Buchstaben „Z“ und „S“ eingraviert, die Initialen von Zygmunt Slęzak.

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Eine der wenigen Spuren des jungen Mannes sind Einträge im Krankenbuch des KZ, die letzte Notiz ist vom 12. November 1943. Zwischen dem 25. und 27. August 1944 kam er vermutlich mit einem Transport ins KZ Neuengamme.

Nur ein persönlicher Gegenstand von Zygmunt Slęzak hat als sogenannte „Effekte“ den Krieg überdauert und wurde von den britischen Alliierten gefunden: eine Taschenuhr. Auf deren Ziffernblatt steht „Foreign“, in Großbritannien war das oft die Kennzeichnung für aus dem Ausland eingeführte Ware. Auf der Rückseite der Uhr sind die Buchstaben „Z“ und „S“ eingraviert, die Initialen von Zygmunt Slęzak.

#Gesucht: Gil
Franz
Gil

Wir suchen Angehörige von Franz Gil, geboren am 31. August oder 28. September 1923 in Opatkowice bei Krakau. Im November 1940 deportierte ihn die SS ins Konzentrationslager Dachau.

Nach der Befreiung konnten die US-Armee und Häftlinge dort umfangreiche Lager-Akten sicherstellen, die sich heute in den Arolsen Archives befinden.

Von Franz Gil sind einige Dokumente erhalten, darunter eine Schreibstubenkarte. Demnach war er Arbeiter. Dokumentiert ist seine tragische Odyssee von einem KZ ins nächste: von Dachau nach Auschwitz und dann zur Zwangsarbeit hin und her zwischen den Lagern Neuengamme und Dachau. Solche Transporte gab es häufig, für die Häftlinge waren sie lebensgefährlich. Das letzte erhaltene Dokument über ihn stammt von September 1942 aus Neuengamme: Er war an Tuberkulose erkrankt.

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Nach der Befreiung konnten die US-Armee und Häftlinge dort umfangreiche Lager-Akten sicherstellen, die sich heute in den Arolsen Archives befinden.

Von Franz Gil sind einige Dokumente erhalten, darunter eine Schreibstubenkarte. Demnach war er Arbeiter. Dokumentiert ist seine tragische Odyssee von einem KZ ins nächste: von Dachau nach Auschwitz und dann zur Zwangsarbeit hin und her zwischen den Lagern Neuengamme und Dachau. Solche Transporte gab es häufig, für die Häftlinge waren sie lebensgefährlich. Das letzte erhaltene Dokument über ihn stammt von September 1942 aus Neuengamme: Er war an Tuberkulose erkrankt.

#Gesucht: Rowiński
Waldemar
Rowiński

Wir suchen Angehörige von Waldemar Maria Rowiński. Der am 14. September 1923 in Poręba, Schlesien geborene Schüler lebte in Chorzów in der Straße 11 Listopada 26.

Dort besuchte er die Grundschule und das Jungen-Gymnasium Nr. 868 Stanisława Kostki. Einen Einblick in diese Zeit geben sein Schülerausweis und Schulzeugnisse. Er trug außerdem zwei Fotos bei sich. Sie zeigen einen Polizeikommissar, Waldemars Vater Czesław.

Als 17-Jährigen verschleppte die SS Waldemar Rowiński als politischen Häftling mit dem ersten Transport ins Konzentrationslager Auschwitz, am 12. März 1943 ins KZ Neuengamme. Er kam am 3. Mai 1945 beim Untergang der Cap Arcona in der Lübecker Bucht ums Leben. Waldemar Rowiński wurde auf dem Friedhof in Neustadt beerdigt. 

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Dort besuchte er die Grundschule und das Jungen-Gymnasium Nr. 868 Stanisława Kostki. Einen Einblick in diese Zeit geben sein Schülerausweis und Schulzeugnisse. Er trug außerdem zwei Fotos bei sich. Sie zeigen einen Polizeikommissar, Waldemars Vater Czesław.

Als 17-Jährigen verschleppte die SS Waldemar Rowiński als politischen Häftling mit dem ersten Transport ins Konzentrationslager Auschwitz, am 12. März 1943 ins KZ Neuengamme. Er kam am 3. Mai 1945 beim Untergang der Cap Arcona in der Lübecker Bucht ums Leben. Waldemar Rowiński wurde auf dem Friedhof in Neustadt beerdigt. 

Das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz
Im Frühjahr 1940 errichtete die SS in Oświęcim, einer Stadt in einem vom Deutschen Reich annektierten Gebiet, auf dem Gelände einer vormals polnischen Kaserne das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz. Der Ort lag gut vernetzt nicht weit von der Grenze zum ebenfalls deutsch besetzten Generalgouvernement. Zunächst kamen vor allem Polen ins Lager: Der erste Transport mit 728 Personen traf am 14. Juni 1940 aus Tarnów ein. Die Haftbedingungen waren katastrophal und die Sterblichkeit von Beginn an hoch.

Nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion im Herbst 1941 folgten Deportationen sowjetischer Kriegsgefangene. An ihnen und an polnischen politischen Häftlingen fanden im September 1941 im Stammlager die ersten Vergasungsversuche mit Zyklon B statt.

Gleichzeitig begann die Lagerleitung einen gigantischen Komplex zu erbauen. Die Häftlinge wurden zur Errichtung von Auschwitz II-Birkenau gezwungen – ein Lager für etwa 100.000 Menschen samt Gaskammern und Krematorien.

Das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz
Ab dem Frühjahr 1942 war Auschwitz nicht nur ein Konzentrationslager, sondern diente auch als Vernichtungslager. Bis Ende 1944 wurden mehr als eine Million Menschen, hauptsächlich Juden, in den Gaskammern ermordet. Am anderen Ende der Stadt entstand außerdem ein großes Chemiewerk der IG-Farben, die Buna-Werke, mit einem weiteren Teil des Lagerkomplexes: Auschwitz III-Monowitz. Zehntausende starben beim Bau und in Folge von Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit, furchtbaren Hygienebedingungen und Misshandlungen oder gezielten Mordaktionen.

Schließlich herrschte die SS über ein Gebiet von 40 km², dem sogenannten Interessengebiet KL Auschwitz, mit den Lagern Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau, sowie Auschwitz III-Monowitz und fast 50 Außenlagern. In weniger als 5 Jahren seines Bestehens wurden mindestens 1,1 der 1,3 Millionen Häftlinge in Auschwitz ermordet. Es waren vor allem Juden, die die SS aus ganz Europa nach Auschwitz deportierte, aber auch Sinti und Roma, Polen, sowjetische Kriegsgefangene sowie Personen anderer Nationalitäten und Minderheiten.

#Gesucht: Borowiec
Mieczysław
Borowiec

Wir suchen Angehörige von Mieczysław Borowiec, geboren am 10. Juli 1905 in Lwów in der heutigen Ukraine. Von Nowy Targ aus deportierten ihn die Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Auschwitz.

Dort registrierten sie den Forstingenieur am 20. Juni 1940 als Politischen Häftling mit der Nummer 866. Später schickte ihn die SS ins KZ Neuengamme, wo er die Häftlingsnummer 18425 erhielt.

Mieczysław Borowiec starb im Mai 1945 bei der Bombardierung der Cap Arcona und wurde in Sierksdorf an der Lübecker Bucht beerdigt. Erhalten ist sein letzter Besitz, den er vor seiner Inhaftierung bei sich trug. Darunter befindet sich ein Etui mit seinen Initialen. An seinem Füller ist der Vermerk „KL Auschwitz“ angebracht. Die SS hatte ihm die Gegenstände abgenommen und mit nach Neuengamme überstellt.

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Dort registrierten sie den Forstingenieur am 20. Juni 1940 als Politischen Häftling mit der Nummer 866. Später schickte ihn die SS ins KZ Neuengamme, wo er die Häftlingsnummer 18425 erhielt.

Mieczysław Borowiec starb im Mai 1945 bei der Bombardierung der Cap Arcona und wurde in Sierksdorf an der Lübecker Bucht beerdigt. Erhalten ist sein letzter Besitz, den er vor seiner Inhaftierung bei sich trug. Darunter befindet sich ein Etui mit seinen Initialen. An seinem Füller ist der Vermerk „KL Auschwitz“ angebracht. Die SS hatte ihm die Gegenstände abgenommen und mit nach Neuengamme überstellt.

#Gesucht: Bąkowski
Mieczysław
Bąkowski

Wir suchen Angehörige von Mieczysław Bąkowski. Der am 25. November 1918 in Poznań geborene Friseur wohnte in Buxtehude in der Hauptstraße 21 und arbeitete 1940 bei Wilhelm Prigge in Regesbostel, bevor ihn die SS ins Konzentrationslager Auschwitz deportierte.

Dort erhielt er die Häftlingsnummer E-1552, die Kategorie der Nationalsozialisten für sogenannte „Erziehungshäftlinge“. Im Mai 1942 wurde Mieczysław Bąkowski wieder entlassen, bereits im Oktober jedoch für fünf Monate in die Untersuchungshaftanstalt Hamburg eingeliefert.

Über sein weiteres Schicksal ist nur bekannt, dass er ins KZ Neuengamme verschleppt wurde. Unter den wenigen persönlichen Gegenständen, die Mieczysław Bąkowski bei seiner Inhaftierung bei sich trug, waren ein Postsparbuch sowie ein Ring mit blauem Stein.

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Dort erhielt er die Häftlingsnummer E-1552, die Kategorie der Nationalsozialisten für sogenannte „Erziehungshäftlinge“. Im Mai 1942 wurde Mieczysław Bąkowski wieder entlassen, bereits im Oktober jedoch für fünf Monate in die Untersuchungshaftanstalt Hamburg eingeliefert.

Über sein weiteres Schicksal ist nur bekannt, dass er ins KZ Neuengamme verschleppt wurde. Unter den wenigen persönlichen Gegenständen, die Mieczysław Bąkowski bei seiner Inhaftierung bei sich trug, waren ein Postsparbuch sowie ein Ring mit blauem Stein.

#Gesucht: Suderowicz
Stefan
Suderowicz

Wir suchen Angehörige von Stefan Suderowicz oder Litorowicz, geboren am 2. September 1919. Beide Namen tauchen in Dokumenten der Arolsen Archives auf.

Stefan Suderowicz gehörte zu den ersten 728 politischen Gefangenen aus Tarnów, die die Nationalsozialisten am 14. Juni 1940 ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppten. Später war er Häftling im KZ Neuengamme, wo er die Häftlingsnummer 17923 erhielt. Aus Dokumenten wissen wir, dass er im Elektriker-Kommando eingesetzt wurde. Wahrscheinlich starb er am 3. Mai 1945 bei der Schiffskatastrophe in der Lübecker Bucht.

Über das Leben vor der Verhaftung des jungen Mannes lässt sich aufgrund der persönlichen Gegenstände nichts sagen: Die Arolsen Archives verwahren lediglich eine Armbanduhr.

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Stefan Suderowicz gehörte zu den ersten 728 politischen Gefangenen aus Tarnów, die die Nationalsozialisten am 14. Juni 1940 ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppten. Später war er Häftling im KZ Neuengamme, wo er die Häftlingsnummer 17923 erhielt. Aus Dokumenten wissen wir, dass er im Elektriker-Kommando eingesetzt wurde. Wahrscheinlich starb er am 3. Mai 1945 bei der Schiffskatastrophe in der Lübecker Bucht.

Über das Leben vor der Verhaftung des jungen Mannes lässt sich aufgrund der persönlichen Gegenstände nichts sagen: Die Arolsen Archives verwahren lediglich eine Armbanduhr.

Die Versenkung der „Cap Arcona“ und „Thielbek“
In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges ereignete sich in der Lübecker Bucht eine der größten Schiffskatastrophen der Geschichte. Am 3. Mai 1945 versenkten britische Bomber die "Cap Arcona" und die "Thielbek", weil sie an Bord deutsche Truppenverbände vermuteten. Als Folge dieses Irrtums kamen etwa 6400 KZ-Häftlinge ums Leben. Denn die SS hatte tausende Häftlinge aus dem KZ Neuengamme auf die in der Lübecker Bucht ankernden Schiffe getrieben und dort festgehalten.

Um ihre Verbrechen zu vertuschen und keinen KZ-Häftling lebend an die Befreier zu übergeben, räumte die SS hunderte Konzentrationslager im ganzen Reich vor den heranrückenden Alliierten. Die entkräfteten Häftlinge trieb man in den letzten Kriegswochen auf Todesmärschen von Lager zu Lager.

Die Versenkung der „Cap Arcona“ und „Thielbek“
Für die Häftlinge auf den völlig überfüllten Schiffen gab es weder Trinkwasser noch Lebensmittel oder ausreichende sanitäre Einrichtungen. Beim Angriff der Royal Air Force erhielten die „Cap Arcona“ und die "Thielbek" schwere Bombentreffer und kenterten. Rettungsboote für die Häftlinge gab es nicht; die SS hatte alle Fluchtmöglichkeiten deinstalliert. Viele der ausgezehrten und von der KZ-Haft geschwächten Menschen sprangen in die kalte Ostsee, um ans Ufer zu schwimmen. Die Wachmannschaften auf den Schiffen und an Land beschossen indes die um ihr Leben Kämpfenden. Von den über 7000 Häftlingen an Bord der beiden Schiffe überlebten nur rund 600. Einige der bei den Arolsen Archives verwahrten Effekten gehörten polnischen Häftlingen, die bei der Bombardierung der Schiffe ums Leben kamen.
#Gesucht: Szabrański
Sylvin
Szabrański

Wir suchen nach Angehörigen von Sylvin Sylwester Szabrański, geboren am 14. Februar 1913 in Radzyń Podlaski. Am 30. Juni 1942 deportierten die Nationalsozialisten den jungen Mann ins Konzentrationslager Auschwitz, wo er die Häftlingsnummer 3530 erhielt.

Bereits einen Tag später wurde der Werkschlosser ins KZ Neuengamme verschleppt und musste dort vermutlich knapp drei Jahre bis zur Räumung des Lagers verbringen. Eine der letzten Spuren von Sylvin Szabrański ist ein Eintrag auf der Liste des Lagerhospitals in Neuengamme vom 4. April 1944. Hinweise deuten darauf hin, dass er in der Lübecker Bucht ums Leben kam.

Der letzte persönliche Besitz, den er bei seiner Inhaftierung bei sich trug, war eine Armbanduhr mit braunem Lederband.

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Bereits einen Tag später wurde der Werkschlosser ins KZ Neuengamme verschleppt und musste dort vermutlich knapp drei Jahre bis zur Räumung des Lagers verbringen. Eine der letzten Spuren von Sylvin Szabrański ist ein Eintrag auf der Liste des Lagerhospitals in Neuengamme vom 4. April 1944. Hinweise deuten darauf hin, dass er in der Lübecker Bucht ums Leben kam.

Der letzte persönliche Besitz, den er bei seiner Inhaftierung bei sich trug, war eine Armbanduhr mit braunem Lederband.

#Gesucht: Baczyk
Emil
Baczyk

Wir suchen Angehörige von Emil Baczyk, geboren am 14. Oktober 1913. 1943 deportierten ihn die Nationalsozialisten erst ins Konzentrationslager Auschwitz, dann ins KZ Neuengamme.

Allein in diesem einen Jahr wurden über 11.000 Häftlinge in das Lager südlich von Hamburg eingeliefert. Errichtet zunächst als Außenlager des KZ Sachsenhausen waren in Neuengamme bereits ab 1938 Häftlinge von der SS zur Zwangsarbeit in einer Ziegelei eingesetzt. Ab 1940 mussten sie das Terrain zu einem eigenständigen KZ ausbauen, Lagerbaracken, Wachtürme und Umzäunung selbst errichten.

Über das Schicksal von Emil Baczyk ist nur sehr wenig bekannt. Die Arolsen Archives verwahren einen Füller als einzigen persönlichen Gegenstand, den er bei sich trug. Wahrscheinlich hat er das KZ Neuengamme nicht überlebt.

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Allein in diesem einen Jahr wurden über 11.000 Häftlinge in das Lager südlich von Hamburg eingeliefert. Errichtet zunächst als Außenlager des KZ Sachsenhausen waren in Neuengamme bereits ab 1938 Häftlinge von der SS zur Zwangsarbeit in einer Ziegelei eingesetzt. Ab 1940 mussten sie das Terrain zu einem eigenständigen KZ ausbauen, Lagerbaracken, Wachtürme und Umzäunung selbst errichten.

Über das Schicksal von Emil Baczyk ist nur sehr wenig bekannt. Die Arolsen Archives verwahren einen Füller als einzigen persönlichen Gegenstand, den er bei sich trug. Wahrscheinlich hat er das KZ Neuengamme nicht überlebt.

#Gesucht: Król
Stanisław
Król

Wir suchen Angehörige von Stanisław Król. Über den am 14. November 1911 in Krakau geborenen Polen ist nur wenig bekannt.

Am 7. Oktober 1940 verschleppte ihn die SS aus Tarnów ins Konzentrationslager Auschwitz und registrierte ihn mit der Häftlingsnummer 5912. Ab März 1943 war er Gefangener im KZ Neuengamme. Auf seiner Häftlingskarte ist der Beruf Sanitäter angegeben, er wurde im KZ als Pfleger eingesetzt.

Die SS löste das KZ Neuengamme kurz vor Kriegsende auf und schickte die dort verbliebenen Häftlinge in die Lübecker Bucht. Dort mussten die Überlebenden an Bord der Schiffe Cap Arcona, Athen und Thielbek gehen. Stanisław Król war einer der über 6.000 KZ-Häftlinge, die bei der Bombardierung der Schiffe am 3. Mai 1945 ums Leben kamen.

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Am 7. Oktober 1940 verschleppte ihn die SS aus Tarnów ins Konzentrationslager Auschwitz und registrierte ihn mit der Häftlingsnummer 5912. Ab März 1943 war er Gefangener im KZ Neuengamme. Auf seiner Häftlingskarte ist der Beruf Sanitäter angegeben, er wurde im KZ als Pfleger eingesetzt.

Die SS löste das KZ Neuengamme kurz vor Kriegsende auf und schickte die dort verbliebenen Häftlinge in die Lübecker Bucht. Dort mussten die Überlebenden an Bord der Schiffe Cap Arcona, Athen und Thielbek gehen. Stanisław Król war einer der über 6.000 KZ-Häftlinge, die bei der Bombardierung der Schiffe am 3. Mai 1945 ums Leben kamen.

Join the Campaign!
Im Archiv der Arolsen Archives befinden sich knapp 2.700 „Effekten“ aus Konzentrationslagern: Schmuck, Familienfotos und Alltägliches wie Kämme oder Puderdosen. Oft sind es die letzten Dinge, die NS-Verfolgte besaßen. Sie trugen sie im Moment ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten bei sich. Die Gegenstände stammen von Menschen aus über 30 Ländern – eine große Zahl aus Polen und der damaligen Sowjetunion.

2016 haben die Arolsen Archives eine Kampagne gestartet, um möglichst vielen Familien diese gestohlenen Erinnerungen zurückzugeben. Die Ausstellung erzählt, was es den Menschen bedeutet, die Erinnerungsstücke in den Händen zu halten. Und zeigt Gegenstände, zu denen die Arolsen Archives noch nach Angehörigen suchen.

Machen Sie mit und helfen Sie dabei, die von den Nazis gestohlenen Erinnerungsstücke in die richtigen Hände zu geben. Es ist eine Arbeit gegen die Zeit. Besuchen Sie unser Online-Archiv: Dort finden Sie Fotos der persönlichen Gegenstände und die Namen der NS-Verfolgten. Auf dieser Basis können Sie mit recherchieren und uns wichtige Hinweise geben.

collections.arolsen-archives.org

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