Spurensuche im ehemaligen Konzentrationslager Ohrdruf „SIII“, einem der vielen Außenlager des KZ Buchenwald: Begleitet von der jungen Presenterin Vicky erkunden Schüler*innen das heutige, größtenteils nicht frei zugängliche Gelände, auf dem sich der Lagerkomplex befand. In vier 360°-Ansichten erschließen sie die Landschaft der Verbrechen anhand historischer Fotos, Dokumenten, Zeitzeugeninterviews und weiterer Medien. Ergänzende thematische Touren vertiefen Aspekte wie die Präsenz der NS-Verbrechen im Alltag, Befreiung und Kriegsende sowie die umkämpfte Erinnerung nach 1945.
Was verraten Alltagsgegenstände über den Umgang mit der NS-Geschichte? Fünf virtuelle Wohnzimmer aus Ost- und Westdeutschland geben Einblicke in unterschiedliche Epochen der Erinnerungskultur. Mit jedem Klick auf einen Gegenstand wird enthüllt, wie Filme, Bücher, Plakate oder Computerspiele unsere Vorstellung von der NS-Zeit beeinflussen. Wie wird über die Vergangenheit gesprochen? Was ist über sie bekannt? Wie wird das Grauen dargestellt? Kurzvideos, knappe Texte und viele Bilder dokumentieren den Wandel und die Kontinuitäten in der Erinnerung an die NS-Verbrechen.
Welche Erfahrungen prägen jüdisches Leben in Deutschland heute? In fünf Hörstücken setzen sich Schüler*innen mit Antisemitismus in Sprache, Bildern und Gewalt, mit Zuschreibungen von Stellvertreterrollen sowie mit deutscher Schuldabwehr nach dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Zugleich eröffnen die Hörstücke vielfältige Perspektiven von Jüdinnen und Juden, etwa zu Selbstbehauptung oder jüdischen Traditionen wie dem Schabbat. Die mit Animationen ergänzten Hörstücke bieten einen niedrigschwelligen Einstieg und sensibilisieren Jugendliche für (codierte) antisemitische Bilder und Vorurteile.
Eine queere Rabbinerin, eine staatenlose Aktivistin, ein ostdeutscher Rapper: Was macht sie aus? Was hat sie geprägt? Was haben sie gemeinsam? In elf Videointerviews beantworten Menschen aus unterschiedlichen Communities, Kulturen und Religionen dieselben Fragen zu ihrem Leben in Deutschland. Durch die vielfältigen Perspektiven lernen Schüler*innen neue Sichtweisen auf das Zusammenleben kennen und setzen sich mit Erfahrungen von Diskriminierung und Möglichkeiten der Mitgestaltung auseinander. Zugleich reflektieren sie ihre eigenen Positionen zu gesellschaftlichen Fragen. Die Interviews lassen sich linear oder ausschnitthaft erkunden.
Wie sieht der Alltag von Menschen aus, die in Deutschland leben, aber keinen deutschen Pass haben? Dürfen sie reisen und arbeiten? Wie finden sie eine Wohnung? Haben sie Anspruch auf Schule, Ausbildung oder Studium? In kurzen Videostatements geben Menschen mit unterschiedlichen Aufenthaltsstatus Einblicke in ihre oft unsichtbaren Lebenswelten. Sie berichten von ihren Rechten und Einschränkungen, aber auch von Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und Armut. Ergänzt durch Einordnungen von Expertinnen wird deutlich, wie Aufenthaltsrecht und gesellschaftliche Barrieren die Teilhabe prägen. Die persönlichen Erzählungen machen juristische Regelungen greifbar und regen Schülerinnen dazu an, den eigenen Status sowie damit verbundene Privilegien kritisch zu reflektieren.
Warum wandern Menschen aus? War das schon immer so? Wie hat sich Migration im Laufe der Zeit verändert? Der Podcaster und Journalist Frank Joung führt Schülerinnen durch drei interaktive Quizvideos zu Migration und Flucht. Migration wird dabei als globales Phänomen ebenso beleuchtet wie die deutsche Migrationsgeschichte – von der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart . Im Fokus stehen nicht nur Zahlen und Fakten, sondern auch historische, soziale und kulturelle Vorstellungen von „Volk“, Nation, Gemeinschaft und Gesellschaft. So entwickeln Schüler*innen ein Bewusstsein für die enge Verknüpfung von Migration und Zugehörigkeit und werden für Zusammenhänge mit Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sensibilisiert.
Mit selbst gewählten Pässen reisen Schüler*innen virtuell um die Welt und erkunden, wie Staatsangehörigkeit und Wohnort Wohlstand, Lebenserwartung und persönliche Freiheiten beeinflussen. Anhand vielfältiger Daten zu sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Verhältnissen setzen sie unterschiedliche Länder in Beziehung zueinander – von globalen Ungleichheiten bis zu gemeinsamen Herausforderungen. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Perspektive staatenloser Menschen. So erwerben Jugendlich Datenkompetenz, entwickeln ein Verständnis für globale Verflechtungen und lernen, vereinfachende und populistische Narrative zu Migration und Flucht kritisch zu hinterfragen.