Kleiner Aufwand, großer Nutzen: Bei #everynamecounts erleben Jugendliche, wie sie selbst etwas tun können, um die Opfer der NS-Verfolgung vor dem Vergessen zu bewahren. Gleichzeitig aktiviert die Initiative dazu, sich mit Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung auseinanderzusetzen – sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart.
#everynamecounts fördert das forschend-entdeckende Lernen und vermittelt gleichzeitig methodische Kompetenzen im Umgang mit Archivquellen. Über 100 Schulen und Tausende Schüler*innen haben sich schon beteiligt.
Das Städtische Gymnasium Erwitte ist regelmäßig bei den Challenges der Arolsen Archives dabei. Im Interview erklärt Geschichtslehrerin Wiebke Finster, warum sie #everynamecounts im Unterricht und am Projekttag einsetzt ‒ und wie ihre Schülerinnen und Schüler darauf reagieren.
Schulen brauchen nicht mehr als einen Internetzugang und einen Bildschirm. Tablets oder Laptops sind ideal, aber auch mobil ist die Eingabe problemlos möglich. Nach einem kurzen Intro können die Schülerinnen und Schüler sofort loslegen, Daten in die Online-Maske einzugeben.
Die Arolsen Archives veranstalten regelmäßig #everynamecounts-Challenges, die sich oft ausgewählten Sammlungen widmen. Ziel ist, in einem begrenzten Zeitraum möglichst viele Dokumente digitalisieren. Aber auch außerhalb der Challenges können jederzeit Daten eingegeben werden.
#start2remember
Im Frühjahr 2021 setzten sich Stipendiat*innen der START-Stiftung das ehrgeizige Ziel, innerhalb der Osterferien mindestens 10.000 Namen von Opfern des Nationalsozialismus in das Online-Archiv der Arolsen Archives einzutragen. Mit Erfolg, viele der rund 3.000 aktiven und ehemaligen Stipendiat*innen machten mit. Die START-Stiftung will die Bildungschancen für Jugendliche mit Migrationsbezug verbessern.
Die Regisseurin Elena Horn kehrte über fünf Jahre hinweg an ihre alte Schule in der Nähe von Dortmund zurück. Dort filmte sie, wie sich Schüler*innen mit der NS-Zeit auseinandersetzten. Daraus entstand der Film „The Lesson – Teaching the Holocaust to Germany’s Gen Z“ (2020). Der Filmemacherin fiel auf, dass Jugendliche den Holocaust im Unterricht oft aus der Täterperspektive kennenlernen. An #everynamecounts gefällt ihr, dass sich die Schulklassen mit den Geschichten der verfolgten Menschen beschäftigen.
Unsere neue Bildungsplattform enthält vielfältige digitale Anwendungen, die sich mit NS-Geschichte und Fragen gesellschaftlicher Teilhabe und Ausgrenzung seit 1945 beschäftigen. Damit bietet sie Jugendlichen spannende Anreize, sich multimedial, spielerisch und aus unterschiedlichen Perspektiven mit aktuellen Fragen zu Geschichte und Gegenwart zu beschäftigen. Auch über die Plattform können Dokumente digitalisiert werden.
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