#lostwords – Briefe, die nie ankamen

Wir suchen nach Familien von Menschen, die in Stadelheim hingerichtet wurden

Unter dem Titel #lostwords suchen wir gemeinsam mit den Staatlichen Archiven Bayerns und mit Unterstützung von Freiwilligen nach den Familien von NS-Verfolgten, die in der Haftanstalt München-Stadelheim hingerichtet wurden. Kurz vor ihrer Ermordung durften die Verurteilten noch Briefe an ihre Angehörigen verfassen. Mehr als 50 dieser handschriftlichen Abschiedsbriefe wurden nie zugestellt. Über 80 Jahre später sollen diese letzten Worte nun endlich die Nachkommen der vorgesehenen Empfänger*innen erreichen.

Über #lostwords

#lostwords erinnert an die Menschen, die oft wegen kleinster Vergehen im Gefängnis München-Stadelheim von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen den Staatlichen Archiven Bayerns und den Arolsen Archives.

© Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Zeilen des Abschieds – gelesen vom Ensemble der Münchner Kammerspiele

In ihren Abschiedsbriefen wenden sich die zum Tode Verurteilten an ihre Eltern, Ehepartner*innen, Verwandten und Freund*innen. Sie regeln, was mit ihren Habseligkeiten geschehen soll, und nehmen Abschied ‒ einige nüchtern und sachlich, viele verzweifelt, manche auch voller Wut über die große Ungerechtigkeit, die ihnen widerfährt. Schauspieler*innen der Münchner Kammerspiele lesen in sechs Videos ausgewählte Passagen aus den Abschiedsbriefen.

Alle Videos finden Sie hier

Aufbewahrt in den Hinrichtungsakten: Briefe zum Abschied

Das Verfassen der Abschiedsbriefe war die letzte Handlung, die den zum Tode Verurteilten zugestanden wurde. Einige dieser Briefe erreichten ihre Empfänger*innen nie, sondern sie wurden Teil der Hinrichtungsakten. Welche Funktion erfüllten diese Akten? Was ist in ihnen enthalten? Und warum sind sie für die Forschung von Bedeutung?

Mehrere Din A4 Briefumschläge in weiß und braun
© Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Die Suche nach Familien

Seit Juli 2025 sind wir mit Unterstützung unseres europaweiten Netzwerks von Freiwilligen auf der Suche nach Angehörigen und Hinterbliebenen der Hinrichtungsopfer von München-Stadelheim. Wir berichten über die Suche und ihre Bedeutung für Angehörige und Beteiligte.

Jetzt mitmachen und an die Opfer der NS-Justiz erinnern

Die Crowdsourcing-Initiative #everynamencounts lädt alle Interessierten dazu ein, einen Beitrag zur Erinnerung an das Unrecht zu leisten, das Menschen während der NS-Zeit durch Gerichte und Justizvollzug erlitten.

Derzeit stehen Dokumente aus den Deutschen Gefängnissen zur Bearbeitung bereit. Diese Quellen berichten von Verfolgung, Repression und willkürlicher Gewalt. Sie geben eindrucksvolle Einblicke in die Schicksale zahlreicher Betroffener.

Eine Initiative – viele Partner

#lostwords wird erst durch viele Partner und ein aktives Netzwerk möglich – von den Staatlichen Archiven Bayerns über wissenschaftliche Expertise bis hin zu engagierten Freiwilligen sowie Künstler*innen der Münchner Kammerspiele.

Staatliche Archive Bayerns. Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Foto Doris Wörner

Mehr zu #lostwords

In unserem Dossier bieten wir vertieftes Wissen rund um #lostwords. Es erzählt von den Menschen, die in München-Stadelheim hingerichtet wurden, und fragt, was nach ihrem Tod mit ihren Körpern geschah. Zugleich zeigt es, wie die NS-Justiz ihre Urteile fällte und welche zentrale Rolle sie im System des nationalsozialistischen Unrechts spielte.

#lostwords in der Presse

WDR 5 (online bis 26.01.2027)

Radio Feature: Abschiedsbriefe aus der NS-Todeszelle

FAZ-online (27.08.2025)

WELT (26.08.2025)

Süddeutsche Zeitung (24.07.2025)

BR24 (24.07.2025)

Pressemitteilung Arolsen Archives (23.07.2025)

Aktuelle Themen und Projekte, Termine, Neuigkeiten und vieles mehr

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