Gedenken, Mahnung,
Verantwortung

30 Jahre nach dem Genozid in Bosnien

Am 11. Juli 2025 jährt sich der Genozid von Srebrenica zum 30. Mal. Mehr als 8.000 bosniakische Muslim*innen wurden im Juli 1995 von Truppen der bosnischen Serben ermordet – unter den Augen der internationalen Gemeinschaft. Etwa 600 Frauen und Mädchen waren unter den Opfern. Bis heute werden in Bosnien neue Massengräber entdeckt und weitere Opfer identifiziert. Die Arolsen Archives unterstützen das Erinnern an Srebrenica – in Partnerschaft mit dem Srebrenica-Potocari Memorial Center in Bosnien.

Hunderte Menschen werden noch vermisst. Foto: Stefano Lupi

Erinnerung bewahren – Verantwortung übernehmen

Zum Jahrestag erinnern die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), das Srebrenica Awareness Network e.V. und weitere Partnerinnen mit Gedenkveranstaltungen in Berlin an die Verfolgung und Ermordung. Die Arolsen Archives rufen dazu auf, die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten – und sich deutlich gegen jede Form von Diskriminierung, Hass und Gewalt zu stellen.

Gemeinsam gegen das Vergessen: Partnerschaft mit dem Memorial Center

Ein zentrales Anliegen der Arolsen Archives ist es, Erinnerungskultur international zu stärken. Seit mehreren Jahren verbindet sie eine enge Partnerschaft mit dem  Srebrenica-Potocari Memorial Center for the Victims of the 1995 Genocide im bosnischen Potočari – der wichtigsten Gedenkstätte für die Opfer des Genozids. Mit dieser Kooperation knüpfen die Arolsen Archives an ihre eigene Arbeit zur Dokumentation der NS-Verfolgung an.

Das Memorial Center dokumentiert die Verbrechen von 1995, bewahrt persönliche Zeugnisse, betreibt Forschung und tritt dem Leugnen des Völkermords entschieden entgegen. Es ist ein wichtiger Lernort für Schüler*innen, Studierende und die breite Öffentlichkeit.

Veranstaltungen zum 30. Jahrestag des Genozids in Srebrenica (Berlin 2025)

Srebrenica-Potocari Memorial Center

Die Gedenkstätte empfängt jedes Jahr viele Schulklassen und Wissenschaftler*innen. Sie informiert über den Aufarbeitungsprozessen in Gesellschaft und Justiz, historische Narrative, Menschenrechte und den Schutz vor Völkermord. Eine Youth School bringt bei der Gedenkfeier jedes Jahr 50 junge Menschen aus der ganzen Welt zusammen, die acht Tage lang mit regionalen und globalen Expert*innen zusammenarbeiten.

Behind the Fields of Death

„The Lives Behind the Fields of Death“ ist ein gemeinsames Projekt des Srebrenica Memorial Center und des Balkan Investigative Reporting Network Bosnien und Herzegowina. Im Rahmen des Projekts wurden 100 Zeug*innenberichte von Überlebenden des Genozids von Srebrenica 1995 gefilmt.
Die im Projekt entstandenen Inhalte sind Teil der Dauerausstellung im Museum des Srebrenica Memorial Center in Potočari.

Standbild „Behind the Fields of Death“.

Gedenken an die betroffenen Frauen

Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Truppen über 8.000 muslimische Bosniak*innen – darunter auch rund 600 Frauen und Mädchen. Die Gedenkstätte Srebrenica dokumentiert seit Jahren die Einzelschicksale der Opfer. Im Jahr 2022 rückte sie besonders die Geschichten betroffener Frauen in den Fokus. Einen englischsprachigen Artikel der Arolsen Archives dazu finden Sie hier.

Wie kann über den Genozid gesprochen und geschrieben werden?

Im Auftrag der Gedenkstätte Srebrenica hat die Journalistin Melina Borčak 2022 Leitlinien für eine präzisere und verantwortungsvollere Darstellung des Genozids verfasst. Sie laden dazu ein, gängige Formulierungen zu hinterfragen und den historischen Kontext differenzierter zu beleuchten. Die englischsprachigen Guidelines finden Sie hier.