Am 4. April jährt sich die Befreiung des KZ-Außenlagers Ohrdruf bei Gotha zum 81. Mal. Es war das erste, nicht vollständig geräumte Lager, das die US-Armee erreichte. Die Bilder aus Ohrdruf, aufgenommen von den US-Truppen, gingen um die Welt und prägten das internationale Bewusstsein über die Verbrechen des NS-Regimes.
Seit 2022 setzen sich die Arolsen Archives, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora zusammen mit der Weimarer Mal- und Zeichenschule sowie vielen Institutionen und Engagierten vor Ort dafür ein, die Erinnerungslücke zu schließen. Dabei machen künstlerische Mittel und digitale Medien das Geschehen insbesondere für junge Menschen greifbar.
In diesem Jahr gestalten 12 Jugendliche die Gedenkveranstaltung. Die 14- bis 19-jährigen Freiwilligen aus sechs unterschiedlichen Orten inner- und außerhalb Thüringens
beschäftigen sich seit November 2025 im Rahmen des Projekts „Dein HistoryLab für neue Perspektiven“ der Stiftung EVZ intensiv mit Geschichte, Erinnerungskultur und zeitgemäßen Formen des Gedenkens. Das ehemalige Lagergelände befindet sich auf einem aktiven Übungsplatz der Bundeswehr und kann nur in Begleitung betreten werden.
Zur Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein:
Samstag, 28. März um 10.30 Uhr
am Parkplatz des Schloss Ehrenstein in Ohrdruf, Thüringen
Von dem Treffpunkt aus erfolgt eine gemeinsame Fahrt zu dem ehemaligen Lagergelände.
Bitte melden Sie sich hier sowohl für die Gedenkveranstaltung am Vormittag als auch für die Berichterstattung zum Begleitprogramm am Nachmittag an. Sie finden das Programm hier.
Während eines Rundgangs erfahren Sie von den Jugendlichen mehr über den historischen Ort und können nach Absprache Interviews mit ihnen zu führen.
Am Nachmittag sind Sie herzlich eingeladen, die Podiumsdiskussion zum Thema „Wie gedenken wir hier, heute und in Zukunft?“ ab 14 Uhr im Schloss Ehrenstein zu verfolgen und über die darauffolgenden Workshops zu berichten.

Schon früh haben wir als Projektgruppe festgestellt, dass wir ganz unterschiedliche Bezüge zur Geschichte des NS-Terrors und zum historischen Ort Ohrdruf haben (…). Uns alle eint die Überzeugung, dass ein Ort wie Ohrdruf und dessen Opfer auch unter jungen Menschen im Bewusstsein verankert werden muss und deshalb neue Ansätze in der Gedenkkultur von jungen Menschen für junge Menschen entwickelt werden müssen..
Jugendliche Organisator*innen der Gedenkveranstaltung 2026
Zu den Veranstaltern
Die Gedenkveranstaltung wird konzipiert, organisiert und durchgeführt durch Jugendliche im Rahmen des Projekts „Dein Historylab für neue Perspektiven“. Veranstaltende sind die Arolsen Archives in Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Weimarer Mal- und Zeichenschule. „Dein Historylab“ wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.
Über das KZ Ohrdruf
Das Konzentrationslager Ohrdruf war das erste der über 140 Außenlager von Buchenwald, das 1945 von der US-Armee befreit wurde. Im US-amerikanischen Gedenken an die NS-Verbrechen ist Ohrdruf daher fest verankert, während das KZ in Deutschland selbst in der Region weitgehend unbekannt ist. Von November 1944 bis April 1945 wurden rund 20.000 Häftlinge aus verschiedenen europäischen Ländern in das Lager verschleppt. Sie mussten Zwangsarbeit im nahegelegenen Jonastal leisten. Etwa 7.000 Häftlinge starben.
Über die Arolsen Archives
Die Arolsen Archives sind das weltweit größte Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft.
