Jugendliche lernen das UNESCO-Weltdokumentenerbe zu NS-Verfolgten kennen, indem sie bei #everynamecounts mitmachen
- UNESCO-Projektschulen beteiligen sich bundesweit an der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts.
- Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe erfassen historische NS-Dokumente und machen Schicksale sichtbar.
- Aktives Lernen wird durch die Arbeit mit Originalquellen gefördert.
Aus dem Archiv in den Unterricht: Eine Kooperation zwischen den Arolsen Archives und den UNESCO-Projektschulen bringt Dokumente aus dem KZ Buchenwald in die Klassenzimmer. Vom 26. April bis zum 8. Mai 2026 beteiligen sich Schülergruppen an der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts und setzen mit Blick auf den 8. Mai, dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, ein lebendiges Zeichen gegen das Vergessen.
In Deutschland engagieren sich mehr als 300 UNESCO-Projektschulen für Werte wie internationale Verständigung und nachhaltige Entwicklung. Sie sind eingeladen, sich an den Projekttagen zu beteiligen. Schülerinnen und Schüler werden historische Dokumente erfassen und dabei helfen, ein digitales Denkmal für Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus zu erstellen.
Dokumente aus Konzentrationslagern
Die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts ermöglicht Jugendlichen, Informationen aus historischen Originalquellen – etwa Fragebögen von Buchenwald-Überlebenden oder Gefangenenkarten aus NS-Gefängnissen – digital zu erfassen. Sie erwerben so methodische Kompetenzen im Umgang mit Archivdokumenten und engagieren sich für Vielfalt und Demokratie. „Schülerinnen und Schüler möchten aktiv zur Erinnerungskultur beitragen. Sie suchen nach eigenen Zugängen zur Geschichte und fragen sich: ‚Welche Bedeutung hat die Geschichte für mich heute?“, sagt Moritz Wein, Direktor der Arolsen Archives. „#everynamecounts ermöglicht Jugendlichen, mit historischen Dokumenten zu arbeiten und macht dabei deutlich, dass hinter jedem Namen ein individuelles Schicksal steht. So wird Erinnerung greifbar, und Jugendliche werden Teil einer globalen Erinnerungscommunity.“
Ein Online-Tool führt Schritt für Schritt durch die Aufgabe. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Aspekten des Systems der NS-Verfolgung auseinander – stets begleitet durch ihr Lehrpersonal. Unterstützt wird die Initiative durch die Bildungsplattform Arolsen School, die Materialien und Lernangebote für den Unterricht bereitstellt. „Aus aktuellen Studien wissen wir: Die Teilnahme an Projekten wie #everynamecounts ermutigt Jugendlichen zum Engagement gegen Ausgrenzung und Antisemitismus heute“, betont Moritz Wein die aktuelle gesellschaftliche Bedeutung.
„Mit ihrer Beteiligung an #everynamecounts stärken UNESCO‑Projektschulen das historisch‑politische Lernen und eine aktive Erinnerungskultur. Die Arbeit mit dem Weltdokumentenerbe der Arolsen Archives – hier mit den Fragebögen der Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald – macht für Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von internationaler Verständigung, Demokratie und Vielfalt konkret erfahrbar“, sagt Klaus Schilling, Bundeskoordinator der UNESCO‑Projektschulen.
Journalist*innen, die die Aktion an lokalen Schulen begleiten möchten, können sich an die Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen bei der Deutschen UNESCO-Kommission wenden:
Über die UNESCO-Projektschulen
Das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen in Deutschland umfasst mehr als 300 Schulen und Bildungseinrichtungen aller Schulformen. Die Einrichtungen sind in allen Bundesländern vertreten und arbeiten gemeinsam an der Umsetzung der Werte und Ziele der UNESCO. Sie setzen sich für Frieden, Weltoffenheit und nachhaltige Entwicklung ein.
