Erstmals wird die internationale Ausstellung #StolenMemory in der Ukraine gezeigt. Gemeinsam mit der NGO Kyiv Educational Center TolerSpace und dem Sheptytsky Center der Ukrainischen Katholischen Universität haben die Arolsen Archives am 8. Januar 2026 die Ausstellung eröffnet.
Die Ausstellung erzählt die Geschichten von Häftlingen in den Konzentrationslagern der
NS-Zeit und den persönlichen Gegenständen, die ihnen bei der Verhaftung
abgenommen wurden. Noch immer bewahrt das Archiv in Bad Arolsen gestohlene
Erinnerungsstücke von rund 2.000 Personen auf. Etwa 70 stammen von NS-Verfolgten
aus der Ukraine.
Suche nach Angehörigen von ukrainischen NS-Verfolgten
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs war eine aktive Suche nach ihren Familien
kaum möglich. „Die neue Ausstellung in der Ukraine markiert einen Neubeginn für diese
wichtige Recherchearbeit vor Ort“, so Anna Meier-Osiński, Outreach-Managerin der
Arolsen Archives für die Region Zentral- und Osteuropa. „Wir laden insbesondere
Jugendliche aus der Ukraine und ganz Europa ein, Teil eines wachsenden Netzwerks
von Freiwilligen zu werden. Sie helfen nicht nur bei der Suche nach Familien und der
Rückgabe der Gegenstände, sondern tragen dazu bei, die Namen, Gesichter und
Geschichten der Verfolgten lebendig zu halten. Und sie erinnern daran, dass Frieden in
Europa nicht selbstverständlich ist.“
Mit der Ausstellung und Kampagne #StolenMemory setzen sich die Arolsen Archives
gemeinsam mit Freiwilligen aus ganz Europa für die Rückgabe dieser Gegenstände an
die Angehörigen ein. Seit dem Start der Kampagne im Jahr 2016 konnten bereits über
1.000 Familien gefunden werden.
Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung
Die Ausstellung zeigt erstmals in der Ukraine die Fotografien solcher persönlichen
Gegenstände und erzählt das Schicksal von sechs ukrainischen NS-Verfolgten. Nach
dem Auftakt in Lwiw wird sie an weiteren Orten zu sehen sein, darunter Kyjiw, Dnipro,
Tschernihiw und Mykolajiw. Organisiert wird die Tour in Kooperation mit der NGO Kyiv
Educational Center TolerSpace, die traumasensible Bildungsangebote entwickelt und
psychosoziale Unterstützung anbietet. Finanziert wird die Ausstellung durch das
Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.
Umfassendes Begleitprogramm
Begleitet wird die Ausstellung von Online-Seminaren, einer Social-Media-Kampagne und
internationalen Bildungsprojekten. In Kooperation und gefördert durch das Deutsch-
Polnische-Jugendwerk veranstalten die Arolsen Archives seit 2019 internationale
Jugendbegegnungen. Auch ukrainische Schüler*innen nehmen an den Seminaren in der
Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz teil. Speziell an
Jugendliche richtet sich die Webseite stolenmemory.org, die auch auf Ukrainisch zur
Verfügung steht. Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von
individuellen Schicksalen.
