Zum Holocaust-Gedenktag: Meilenstein für das Online-Archiv

Acht Millionen Namen aus KZ-Listen erweitern die digitale Sammlung der Arolsen Archives

Fotograf: Greiner Napp
Transportliste mit verschiedenen Namen und „Vermögensangaben“

Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar gehen die Arolsen Archives einen wichtigen Schritt in der digitalen Erschließung ihrer Bestände. Durch eine Partnerschaft mit Ancestry, dem weltweit führenden Unternehmen für Familiengeschichte, wurden über acht Millionen Namen aus historischen KZ-Listen vollständig indiziert. Die daraus gewonnenen Informationen bieten künftig erweiterte Recherchemöglichkeiten und ermöglichen tiefere Einblicke in die Wege der Verfolgung von KZ-Häftlingen. Die acht Millionen Namen sind allerdings nicht mit der Anzahl von Personen gleichzusetzen: Namen erscheinen mehrfach auf verschiedenen Listen, somit ist zu beachten, dass es sich nicht um 8 Millionen Personen handelt. Die Datensätze stehen ab sofort kostenfrei auf Ancestry zur Verfügung und werden bis 2027 in das Online-Archiv der Arolsen Archives integriert.

Weltweite Zugänglichkeit durch starke Partnerschaft

Die Arolsen Archives arbeiten seit vielen Jahren fortschrittlich und intensiv an der digitalen Bereitstellung ihrer Bestände. Sie setzen KI und OCR (Optical Character Recognition) sowie Crowdsourcing bei der Erfassung der Dokumente ein und bieten bereits heute das weltweit umfangreichste Online-Archiv über NS-Verfolgte. Doch es gibt noch immer zwei große Herausforderungen: Die erste ist die enorme Masse an Dokumenten. Die zweite Herausforderung stellen Listen dar – sie sind trotz aller eingesetzten Technologien zeitaufwändig auszulesen. Deshalb arbeiten die Arolsen Archives mit starken Partnern wie Ancestry zusammen, um die Durchsuchbarkeit des Online-Archivs weiter zu verbessern.

Schicksale werden nachvollziehbar

Die neu erschlossenen Daten geben Auskunft über KZ-Inhaftierte. Die Nationalsozialisten führten in den Lagern Listen über Neueinlieferungen, Todesfälle, Zwangsarbeit, Transporte in andere Lager und einiges mehr. Diese Listen bieten tiefere Einblicke in die Verfolgungswege und verbinden persönliche und globale Geschichte. „Zu manchen Verfolgten gibt es umfangreiche Dokumentationen, manchmal ist es auch nur ein Name in einer einzigen Liste, der die letzte Spur vor der Ermordung darstellt“, erklärt Archivleiter Giora Zwilling. „Auch deshalb sind diese Listen so wichtig.“ Durch die Kooperation mit Ancestry sind die Konzentrationslagerlisten der Arolsen Archives erstmals vollständig indiziert.

Kooperationen und freier Zugang zu historischem Wissen – heute und in Zukunft

Seit Frühjahr 2019 kooperieren die Arolsen Archives mit Ancestry. Im Rahmen dieser Partnerschaft entstehen digitale Ressourcen, die Erinnerung ermöglichen, Forschung fördern und Angehörige bei der Spurensuche unterstützen. So wurden bereits Passagierlisten aus den Beständen zu Displaced Persons bearbeitet.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags 2026 wurden zusätzlich zu den KZ-Listen über zwei Millionen Namen aus Korrespondenzakten über Ancestry indiziert. Sie verdeutlichen die weltweiten Anfragen an den Internationalen Suchdienst (ITS) nach 1945, mit denen Familienangehörige versuchten, das Schicksal von NS-Verfolgten aufzuklären.
“Der Holocaust ist nicht Geschichte aus grauer Vorzeit. er lebt durch die Familien und die Erzählungen, die durch ihn geformt wurden, u.a. auch meine eigene, weiter,“ bekennt Howard Hochhauser, Präsident und CEO von Ancestry. „Meine Großmutter hat den Holocaust überlebt, und wie so viele andere Familien haben wir uns auf historische Dokumente gestützt, um ihre Geschichte besser verstehen und bewahren zu können. Indem Ancestry und die Arolsen Archives gemeinsam den freien Zugang zu diesen zentralen Sammlungen verbessern, zollen sie dem Leben derer, die verfolgt wurden, Respekt und tragen dazu bei, sicherzustellen, dass ihre Erfahrungen erinnert, weitergegeben und nie vergessen werden.“  
 
Bis 2027 sollen die neu erschlossenen Daten in das modernisierte Online-Archiv der Arolsen Archives eingearbeitet werden. Zum Holocaust-Gedenktag sind die digitalisierten Datensätze bereits über Ancestry unter ancestry.com/alwaysremember recherchierbar – ohne kostenpflichtigen Account.
 
Im Online-Archiv der Arolsen Archives sind aktuell über 40 Millionen Dokumente veröffentlicht: collections.arolsen-archives.org/

Über Ancestry

Ancestry ist weltweit führend im Bereich Familiengeschichte und verbindet Menschen mit ihrer Vergangenheit, damit sie ihre einzigartige Familiengeschichte entdecken, bewahren und teilen können. Mit einer unvergleichlichen Sammlung von über 65 Milliarden historischen Aufzeichnungen, mehr als 3 Millionen Abonnenten und Abonnentinnen sowie über 27 Millionen Menschen im wachsenden DNA-Netzwerk eröffnet Ancestry seinen Nutzerinnen und Nutzern neue Einblicke in ihre Herkunft und ein tieferes Verständnis der eigenen Lebensgeschichte. Seit über 40 Jahren vertrauen Millionen von Menschen auf Ancestry als Plattform, um die wichtigsten Informationen über sich selbst und ihre Familien zu entdecken, zu bewahren und weiterzugeben.

Download Pressemitteilung 26.01.2026

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