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Jahresbericht 2020: Projekte und Kampagnen

Kapitel #1 ansehen

Timeline 2020

#stolenmemory Plakatausstellung in Venedig
IHRA Ministerial Declaration in Brussels
e-guide Arolsen Archives
#everynamecounts Elisabeth-Knipping-Schule
#stolenmemory Eroeffnung in Bruessel

10. Jan. 2020
#StolenMemory in Venedig

Christian Höschler und Kamila Kolakowski eröffnen die erste #StolenMemory Plakatausstellung in Italien, die bis zum 7. Februar in der Universität Ca‘ Foscari in Venedig zu sehen ist. Die Ausstellungseröffnung bildet den Schwerpunkt einer Veranstaltungsreihe von Konferenzen, Seminaren und Lesungen, die im Rahmen des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust von der Universität Ca‘ Foscari organisiert wird.

19. Jan. 2020
IHRA-Ministerkonferenz in Brüssel

Mit Vertreter*innen aus 35 Ländern hält die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) einen Gipfel in Brüssel ab, um ihr Engagement gegen Holocaust-Verzerrungen, Antisemitismus, Antiziganismus und andere Formen der Diskriminierung zu erklären. Bei dem Ministertreffen im Residenzpalast verabschieden die IHRA-Mitgliedsländer eine Ministererklärung, die aus 14 Maßnahmen besteht, um das Ziel der IHRA zu untermauern: sicherzustellen, dass die Menschen des Holocausts gedenken und sich für eine Welt ohne Völkermord einsetzen.

Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, erinnert die Teilnehmer*innen an ihre in der Stockholmer Erklärung zum Ausdruck gebrachte Verpflichtung, Zugang zu ihren Archiven zu gewähren: „Archive werden nur dann relevant sein, wenn sie völlig offen sind und wenn sie miteinander verbunden sind. In Arolsen verpflichten wir uns, die Namen aller in unserem Archiv dokumentierten Opfer zu veröffentlichen und die Online-Publikation unserer Bestände bis 2025 abzuschließen. Wir freuen uns darauf, ihnen uneingeschränkten Zugang zu unserem Archiv zu gewähren, damit wir gemeinsam die Puzzleteile zusammenfügen, die uns helfen, die Biographien der Opfer des Holocaust zu rekonstruieren, um der NS-Verfolgten zu gedenken und ihre Geschichten zu erzählen.“

23. Jan. 2020
26. Tagung der Suchdienste

Einmal im Jahr kommen die deutschen Suchdienste zum Austausch zusammen. Die Tagung wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien organisiert. Für die Arolsen Archives nehmen Anna Meier-Osiński (Leiterin der Abteilung Tracing) und Nathalie Letierce-Liebig (Abteilung Tracing) an der Tagung teil. Anna Meier-Osiński informiert über die Neuerungen der Arolsen Archives mit den Schwerpunkten Online Offers, Online Archive und Tracing und präsentiert die Ausstellung und Kampagne #StolenMemory.

27. Jan. 2020
Start des Pilotprojekts #everynamecounts in Bad Arolsen

Auftakt für #everynamecounts: Am Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust und Nationalsozialismus stellt unsere Direktorin Floriane Azoulay der Öffentlichkeit die Croudsourcing-Initiative #everynamecounts vor. Die hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Kristina Sinemus, ist zu der Präsentation nach Bad Arolsen gekommen. Auch Bürgermeister Jürgen van der Horst, Schüler*innen der Christian-Rauch-Schule und ihr Schulleiter Markus Wagener sind mit Redebeiträgen dabei.

Mit dem Verlesen der Namen auf den Deportationslisten beteiligen sich Schüler*innen, Mitarbeiter*innen der Arolsen Archives sowie geladene Gäste und Interessierte an der Mitmach-Aktion zum Gedenken an die Opfer der NS-Verfolgung.

29. Jan. 2020
#StolenMemory: Eröffnung der Ausstellung im EU-Parlament

An einen besonderen Ort geht es Ende Januar für die Ausstellung #StolenMemory: Für drei Tage reist sie ins Europäische Parlament nach Brüssel. Anlass waren der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und der Internationale Gedenktag an die Opfer des Holocaust und Nationalsozialismus. Die Ausstellung zeigt Schicksale von Verfolgten aus verschiedenen Ländern Europas. Einige der #StolenMemory Plakate in Brüssel widmeten sich Menschen, die von den Nationalsozialisten mit dem ersten Transport ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt wurden.

Eröffnet wurde die Ausstellung für alle Abgeordneten und Besucher*innen durch Zdzisław Krasnodębski, Mitglied des Europäischen Parlaments, Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, und Anna Meier-Osiński, Leiterin der Abteilung Tracing der Arolsen Archives.

30. Jan. 2020
#StolenMemory als deutsch-polnisches Bildungsprojekt

Vom 30. Januar bis 3. Februar findet in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz (IJBS) ein Seminar für Multiplikator*innen statt, die mit ihren Schüler*innen #StolenMemory als deutsch-polnisches Bildungsprojekt durchführen wollen. Veranstaltet wurde das Seminar vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW), der IJBS und den Arolsen Archives.

Die praktische Auseinandersetzung mit historischen Quellen zur Vor- und Nachbereitung eines Gedenkstättenbesuchs und Entschlüsselung der Dokumente mit Hilfe des e-Guides sind Bestandteil der angebotenen Workshops für 30 Lehrer*innen aus Polen und Deutschland. Am Beispiel von Waldemar Rowiński werden Suche und Effektenrückgabe beleuchtet.

OSCE conference antisemitism
Effekten George Jennissen
Kaserne Arolsen

04. Feb. 2020
OSZE-Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus in Tirana

Auf der Konferenz des OSZE-Präsidiums fordern die Teilnehmer*innen ein koordiniertes Vorgehen, um dem Anstieg von Antisemitismus entgegenzutreten. 2020 hat Albanien den OSZE-Vorsitz inne und organisiert die Veranstaltung in Tirana. Die Konferenz bringt OSZE-Beamt*innen, Vertreter*innen der Teilnehmerstaaten, Kooperationspartner, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu bewerten und den Austausch über Strategien im Umgang mit Antisemitismus zu fördern. Unsere Direktorin Floriane Azoulay hält bei der Konferenz einen Vortrag über aktuelle Projekte und Aktivitäten der Arolsen Archives, mit denen wir Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung begegnen.

11. Feb. 2020
Arolsen Archives an warlives.org beteiligt

Die neue Plattform warlives.org führt verstreute Informationen über niederländische Opfer der NS-Verfolgung aus 20 Sammlungen und Datenbanken zusammen. Die Arolsen Archives tragen zu diesem neuen Projekt bei, das vom niederländischen Netzwerk Oorlogsbronnen (Kriegsquellen) ins Leben gerufen wurde. Die persönlichen Geschichten von 300.000 niederländischen Opfern des Krieges und der nationalsozialistischen Verfolgung sind nun auf warlives.org zu finden.

Handelt es sich um Dokumente aus den Arolsen Archives, so ist direkt mit einem Mausklick die entsprechende Quelle aufrufbar: Eine zusätzliche Plattform, um an die Opfer der NS-Verfolgung und die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs zu erinnern.

25. Feb. 2020
Neue Publikation: Displaced Persons in Arolsen nach 1945

Wer waren die Menschen, die nach Zwangsarbeit oder KZ-Haft in Arolsen lebten und für die Alliierten arbeiteten? Und wie gestalteten sie nach Jahren der Verfolgung und des Krieges ihren Alltag? Ein neuer Band aus der Reihe „Fundstücke“ gibt am Beispiel ausgewählter Dokumente Einblick in die Geschichte der Displaced Persons, die bei den Vorgängerinstitutionen der Arolsen Archives an der Suche nach Vermissten und der Dokumentation von Schicksalen mitwirkten.

Zur Broschüre „Zweierlei Suche. Fundstücke zu Displaced Persons in Arolsen nach 1945“


Feb. 2020
Vorträge im Februar

5. Februar – ForumZ in Luxemburg: Auf Einladung des Luxemburg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH) sind die Arolsen Archives mit einem Informationsstand Teil des „ForumZ“. Das ForumZ richtet sich an die breite Öffentlichkeit und greift Themen der Zeitgeschichte auf. Christiane Weber (Abteilung Forschung und Bildung) stellt unser Online-Archiv und den e-Guide vor.

13. Februar – Internationale Tagung im KörberForum Hamburg: Zur Entwicklung einer Dauerausstellung für das neue Dokumentationszentrum zu Deportationen aus Hamburg findet vom 13. bis 14. Februar in Hamburg eine internationale Tagung mit 150 Teilnehmer*innen aus in- und ausländischen Gedenkstätten statt. Organisiert wird sie die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit den Arolsen Archives und der Körber-Stiftung. Mit seinem Vortrag „Das Online-Archiv der Arolsen Archives. Dokumente zur Geschichte der Deportationen für Ausstellungsbesuche und historische Bildung“ gibt Akim Jah wichtige Impulse für die Digitalisierung in der Gedenkstättenarbeit.

06. März 2020
21. Karlsruher Tagung für Archivpädagogik

Die Tagung dient dem Austausch von Archivar*innen und Pädagog*innen und ist dem Thema „Jüdisches Leben im deutschen Südwesten“ gewidmet. 2021 wird das Jubiläum „321-2021:1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begangen. Als Vorbereitung darauf wird auf der Tagung für Archivpädagogik die kulturelle Vielfalt, aber auch die Ausgrenzung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit thematisiert. Elisabeth Schwabauer von der Abteilung Forschung und Bildung stellt die Bildungsangebote der Arolsen Archives auf dem „Markt der Möglichkeiten“ vor.

Effekten Jan Kajak
Effekten Michail Wasikow
catalogue of records

10. Apr. 2020
Erfolgreiche Suche in Polen

Das polnische Rote Kreuz findet innerhalb von wenigen Wochen vier Familien von Opfern des Nationalsozialismus. So gelangen persönliche Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge, die in den Arolsen Archives aufbewahrt wurden, in die Hände der Angehörigen. Insgesamt haben seit dem Start von #StolenMemory durch die gute Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz in Polen bereits rund 20 Familien den letzten Besitz ihrer Angehörigen und Informationen über ihren Verfolgungsweg erhalten.

14. Apr. 2020
26 Millionen Dokumente online

Die historischen Bestände der Arolsen Archives stehen nun fast vollständig online. Interessierte auf der ganzen Welt können über das Online-Archiv auf 26 Millionen Dokumente mit Informationen zu 21 Millionen Namen von NS-Verfolgten zugreifen. In weniger als einem Jahr gelang es den Arolsen Archives mit ihrem Partner, der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel, eine der größten Sammlungen über die Opfer der Nationalsozialisten nahezu vollständig online zu stellen. Im Mai 2019 war das neue Online-Archiv mit 13 Millionen Dokumenten an den Start gegangen.

17. Apr. 2020
Neue Online-Bibliothek

Die Arolsen Archives veröffentlichen nicht nur Millionen von Dokumenten online. Auch Bücher und Zeitschriften stehen seit April 2020 in einer digitalen Bibliothek zur Verfügung. Das neue Online-Portal aroa.to/online-bibliothek bietet Nutzer*innen mit hilfreichen Such- und Filtermöglichkeiten eine schnelle und genaue Recherche und wird kontinuierlich erweitert. Henning Borggräfe (Abteilungsleiter Forschung und Bildung), Christian Groh (Archivleiter) und Nicole Tödtli (Referatsleitung Reference Service) haben an der Entstehung der neuen Online-Bibliothek entscheidend mitgewirkt.

24. Apr. 2020
Start der Kampagne #everynamecounts

Die Arolsen Archives bauen das weltweit größte Online-Archiv für Informationen zu den Opfern des Nationalsozialismus weiter aus. Mit der Hilfe Freiwilliger sollen beim Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts Namen aus Dokumenten eingegeben und so vor dem Vergessen bewahrt werden.

Seit dem 24. April 2020 rufen die Arolsen Archives alle Menschen dazu auf, im Rahmen des digitalen und partizipativen Erinnerungsprojekts der Opfer und Überlebenden der NS-Verbrechen auf eine neue Art und Weise zu gedenken: Indem sie die Namen von Deportationslisten und Dokumenten aus den Konzentrationslagern online digitalisieren und für Suchende weltweit auffindbar machen. Jede bearbeitete Liste erweitert die Informationen in der Datenbank, in der mittlerweile 26 Millionen Dokumente zur Verfügung stehen.

Effekten Neonella Doboitschina
European Heritage Award 2020

05. Mai 2020
Online-Fortbildung für Guides in Dachau

Auf Anfrage der Gedenkstätte Dachau entwickeln Akim Jah und Elisabeth Schwabauer eine Fortbildung für Guides der Gedenkstätte Dachau, um sie mit Dokumenten von Dachauer Häftlingen im Online-Archiv und dem Thema Displaced Persons für künftige Führungen vertraut zu machen.

07. Mai 2020
75 Jahre Kriegsende: Pressekonferenz in Moskau

Zum 75-jährigen Kriegsende veranstaltet die größte russische Nachrichtenagentur TASS eine Pressekonferenz. Für die Arolsen Archives nehmen Christian Groh und Anna Meier-Osiński daran teil. Anna Meier-Osiński präsentiert das Projekt #StolenMemory mit Fokus auf Russland. Dabei beleuchtet sie am Beispiel von Neonella Doboitschina und ihren persönlichen Gegenständen die erschwerte Suche in der Russischen Föderation nach Familien von ehemaligen Sowjetischen Zwangsarbeiter*innen.

09. Mai 2020
European Heritage Award 2020

Die Arolsen Archives erhalten für ihr Online-Archiv Europas höchste Auszeichnung im Bereich des kulturellen Erbes, den European Heritage Award/Europa Nostra Award 2020. Zum Europatag am 9. Mai 2020 haben die Europäische Kommission und Europa Nostra die Gewinner bekanntgegeben. Ausgezeichnet im Bereich des kulturellen Erbes wurden 21 beispielhafte Leistungen aus 15 europäischen Ländern.

Logo Stolenmemory
Internationaler Ausschuss Tagung digita
Book: tracing and documenting nazi victims
Effekten Tadeusz Sieprowski

14. Juni 2020
#StolenMemory als Online-Ausstellung

Zum 80. Jahrestag des ersten Transports polnischer Häftlinge in das nationalsozialistische Konzentrationslager Auschwitz am 14. Juni 2020 präsentieren die Arolsen Archives in Kooperation mit dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erstmals eine digitale #StolenMemory Ausstellung. So sind die Schicksale von 14 ehemaligen Häftlingen des KZ Auschwitz für Interessierte online nachvollziehbar.

16. Juni 2020
Jahrestagung des Internationalen Ausschusses

Die 83. Jahrestagung des Internationalen Ausschusses (IA) der Arolsen Archives wird wegen der weltweiten Corona-Pandemie erstmals digital ausgerichtet. Der IA, der aus Regierungsvertreter*innen der elf Mitgliedsstaaten besteht, überwacht die Arbeit der Arolsen Archives im Sinne der ehemals Verfolgten und legt den Rahmen für die Arbeit der Institution fest. Der Vertreter des Vereinigten Königreichs, Lord Eric Pickles, gibt im Rahmen der Sitzung seinen Vorsitz an die Vertreterin der Vereinigten Staaten von Amerika, Cherrie Daniels, ab.

18. Juni 2020
Konferenzband „Tracing and Documenting Nazi Victims Past and Present“ publiziert

Der Konferenzband „Tracing and Documenting Nazi Victims Past and Present“ von Hennig Borggräfe und Christian Höschler erscheint in gedruckter Form und als kostenlose Open Access-Version. Es handelt sich um den ersten Band einer neuen „Arolsen Research Series“, die gemeinsam mit dem Verlag De Gruyter Oldenbourg begründet wurde. „Freier Zugang zu unserem Archiv heißt für uns auch freier Zugang zur Forschung, deshalb stellen wir konsequent alle Beiträge des Konferenzbandes kostenfrei im Netz zur Verfügung“, so Christan Höschler, stellvertretender Abteilungsleiter Forschung und Bildung.

26. Juni 2020
Erste Effektenrückgabe durch Recherchen von Schüler*innen

Es ist die erste Effekten-Übergabe von Schüler*innen an Angehörige von NS-Opfern: Im Rahmen der Kampagne #StolenMemory recherchiert eine Gruppe Freiwilliger eines Gymnasiums in Oświęcim nach Spuren von Tadeusz Sieprawski. 75 Jahre nach seiner Deportation durch die Nationalsozialisten kann Anna Mazur die persönlichen Gegenstände ihres Großonkels Tadeusz Sieprawski in Empfang nehmen.

Juni 2020
Vorträge im Juni

4. Juni – Members helping Members: Bei dem Webinar der Polnischen Genealogen (Conneticut, USA) gibt Anna Meier-Osiński (Outreach Managerin) einen Überblick über die Bestände, das Online-Archiv und die Sammlung von Effekten. Effekten sind persönliche Gegenstände, die Konzentrationslagerhäftlingen gehörten.

10. Juni – Fortbildung des Holocaust Center Moscow: Bei dem vom Holocaust Center Moscow organisierten Seminar für Pädagog*innen aus der Russischen Föderation wird die Bedeutung des Themas Holocaust in der Russischen Föderation und den GUS-Staaten für die Lehrpläne von Schulen sowie die Museen- und Gedenkstättenpädagogik erörtert. Elisabeth Schwabauer stellt die Arolsen Archives als Partnerorganisation mit ihren Bildungsangeboten vor.

#stolenmemory Wanderausstellung Container
displaced persons bibliographie
us delegation in Bad Arolsen

30. Juli 2020
#StolenMemory Wanderausstellung startet

Aus dem Archiv mitten in die Stadt: Die neue Wanderausstellung der Arolsen Archives informiert über das Projekt #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen persönliche Gegenstände von zehn ehemaligen KZ-Häftlingen. Präsentiert wird die Ausstellung in einem ausklappbaren Übersee-Container. Für gut zwei Wochen ist die Ausstellung auf dem Kirchplatz in Bad Arolsen zu sehen. Bis November 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung im Rahmen der BKM-Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räumen“ durch kleinere Städte in ganz Deutschland.

01. Sep. 2020
Umfassende Bibliographie zur Geschichte der Displaced Persons

Auf der Internetpräsenz der Arolsen Archives steht Interessierten erstmals eine umfassende, filterbare Fachbibliographie über die Geschichte der Displaced Persons (DPs) nach 1945 zur Verfügung, zu der Forscher*innen selbst aktiv beitragen können. „Mit diesem Tool wollen wir eine Leerstelle füllen, denn es gibt bislang keine zentrale Bibliographie zum Thema Displaced Persons“, so Christian Höschler, stellvertretender Leiter der Abteilung Forschung und Bildung bei den Arolsen Archives. Sämtliche relevante Forschungsliteratur zum Thema soll dabei erfasst und in einer Datenbank angelegt werden.

08. Sep. 2020
Amerikanische Delegation zu Besuch in Bad Arolsen

Anlässlich des US-amerikanischen Vorsitzes des Internationalen Ausschuss erhält unsere Direktion hochrangigen Besuch einer US-Delegation und stellt die Arolsen Archives vor. Der Delegation gehören Patricia Lacina (Generalkonsulin im US-Generalkonsulat Frankfurt am Main), Robin S. Quinville (Gesandte der US-Botschaft Berlin und Geschäftsträgerin a. i.), Cherrie Daniels (derzeit Vorsitzende des Internationalen Ausschusses und US-Sonderbotschafterin für Holocaust-Angelegenheiten im US-Außenministerium), Genevieve Libonati (Botschaftsrätin für politische Angelegenheiten, US-Botschaft Berlin) und Adam Winck (Politischer und wirtschaftlicher Fachreferent im US-Generalkonsulat Frankfurt am Main) an. Die Besucher*innen erhalten zudem eine Führung durch die Dauerausstellung und das Archiv.

Sep. 2020
Vortrag im September

13. September – Webinar Jewish Genealogical Society of Tampa Bay, Florida: Die Bestände der Arolsen Archives, das Online-Archiv mit seinen Recherchetools und die Kampagne #StolenMemory sind Gegenstand des Vortrags von Anna Meier-Osiński bei dem Webinar der Jewish Genealogical Society of Tampa Bay.

Fernando Gouveia
Combat Anti-Semitism members
Josef Schuster visits Arolsen Archives

02. Okt. 2020
8.000 Freiwillige bei #everynamecounts

#everynamecounts lebt von Freiwilligen – über 8.000 sind es Anfang Oktober. Sie schreiben die persönlichen Daten NS-Verfolgter von Dokumenten der Arolsen Archives ab und machen die Informationen damit digital auffindbar. Auch wer nur einen einzigen Namen eingibt, leistet einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen. Einige Freiwillige unterstützen uns darüber hinaus mit ihren Sprach-und Ortskenntnissen bei der Korrektur von Namen, Orten und Wikipediaeinträgen oder stellen Dokumente der Arolsen Archives bei wiki-commons ein.

„Für mich ist das Besondere an dem Projekt, dass die Opfer als Individuen betrachtet werden,“ erklärt Fernando Gouveia, ein Freiwilliger aus Portugal.

12. Okt. 2020
Arolsen Archives treten Combat Anti-Semitism bei

Die Arolsen Archives treten der internationalen Bewegung Combat Anti-Semitism bei und werden damit Teil eines Netzwerks, das den weltweiten Anstieg von Antisemitismus effektiv bekämpft. CAM ist ein Bündnis aus über 300 jüdischen, christlichen, muslimischen sowie interreligiösen Organisationen und Menschenrechtsorganisationen aus der ganzen Welt, darunter das American Jewish Committee oder der Jewish Agency for Israel.

14. Okt. 2020
Zentralratspräsident bei den Arolsen Archives

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, besucht die Arolsen Archives. Damit verbunden ist die Vorstellung des Bildungsprojekts „documentED“, das Lernpakete für den Besuch von KZ-Gedenkstätten in Europa bietet. „Wenn Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen des Projekts documentED mit Dokumenten aus der NS-Zeit und dem persönlichen Schicksal von KZ-Insassen befassen, wird das Grauen des Holocaust verständlicher. documentED weckt nicht nur Empathie, sondern macht die Erinnerung an die Schoa greifbar. Das Projekt trägt auch dazu bei, junge Menschen gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenhass zu immunisieren“, so Josef Schuster.

Okt. 2020
Vorträge im Oktober

4. Oktober – Internationale Tagung zur Befreiung der KZs und Ghettos: Die Tagung „Befreiung der KZs und Ghettos. Quellen, Historiografie und Lehren“ findet vom 4. bis  6. Oktober 2020 statt und wird vom Holocaust Center Moscow in Zusammenarbeit mit der Queen Mary University of London, der Rutgers University, New Jersey, USA und dem Internationalen Zentrum für Forschung und Bildung zum Thema Holocaust und Genozide an der Russischen Humanitären Universität in Moskau organisiert. Elisabeth Schwabauer, Abteilung Forschung und Bildung, hält auf der Tagung ihren Vortrag „Dokumente über Auschwitz – Überlebende in den Beständen der Arolsen Archives“.

21. Oktober– Podiumsdiskussion “Holocaust education in the virtual COVID-19 world”: Das „Outreach Programme on the Holocaust“ der Vereinten Nationen lädt Institutionen zu einer Online-Podiumsdiskussion ein. Die Nutzung virtueller Angebote zur Vermittlung des Holocaust für verschiedene Zielgruppen wird erörtert. Das YIVO Institute for Jewish Research, die Arolsen Archives und Echoes & Reflections stellen drei Fallstudien vor. Unsere Direktorin Floriane Azoulay gibt dazu einen Überblick über das Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts, das mit der Digitalisierung von Dokumenten in Pandemiezeiten ein geeignetes Format zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung bietet.

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Klassenfoto mit Massenmoerder
100 besten Ideen für die Zukunft des Bildungs-, Wissenschafts- und Innovationssystem
Postkarte Zwangsarbeiterin

02. Nov. 2020
Online-Konferenz zu Deportationen im Nationalsozialismus

Die internationale Online-Konferenz „Deportationen im Nationalsozialismus – Quellen und Forschung“ vom 2. bis 4. November wird von den Arolsen Archives unter der Leitung von Henning Borggräfe, Akim Jah und Giora Zwilling zum Austausch zwischen Archiven und Nutzer*innen organisiert. Die große Resonanz hat das Bedürfnis nach Vernetzung, Datenbanken und Austausch manifestiert und unter anderem ein Projekt zur systematischen Sammlung und Suche von Fotos und Filmmaterial von Deportationen initiiert. Fotos und Filme erlangen als Quellen dadurch einen neuen Stellenwert.

11. Nov. 2020
Online-Lesung „Klassenfoto mit Massenmörder: Das Doppelleben des Artur Wilke

Der Autor und Journalist Jürgen Gückel liest aus seinem Buch „Klassenfoto mit Massenmörder: Das Doppelleben des Artur Wilke“, für das er Vergangenheit und Doppelleben seines Lehrers recherchiert hat. Dieser wird 1961 in seiner Dorfschule aus dem Unterricht abgeholt und später in einem der ersten großen Prozesse über deutsche Verbrechen in Osteuropa verurteilt. Als SS-Offizier in Weißrussland war er an Massakern an Juden und angeblichen Partisanen beteiligt, für den Tod tausender Menschen verantwortlich. In seinem kleinen Ort wird darüber nicht gesprochen. Später kehrt der Mann zurück und lebt bis zu seinem Tod 1989 zurückgezogen im Dorf.

Moderiert wird die Veranstaltung von Kerstin Hofmann (Abteilung Forschung und Bildung)

13. Nov. 2020
Auszeichnung für #jederNamezählt

Unser Projekt #jederNamezählt wird im Rahmen der Jubiläumsinitiative des Stifterverbandes aus über 500 Einreichungen als eine der 100 besten Ideen für die Zukunft des Bildungs-, Wissenschafts- und Innovationssystems ausgezeichnet.

24. Nov. 2020
Neue Dokumente im Online-Archiv

Die Arolsen Archives machen rund eine Million weitere Dokumente in ihrem Online-Archiv recherchierbar. Dazu gehören Häftlingsbilder und Transportlisten des Konzentrationslagers Auschwitz sowie tausende Briefe von sowjetischen Zwangsarbeiter*innen an ihre Familien. Auch eine umfassende Dokumentensammlung aus den britischen und französischen Besatzungszonen ist nun nach den Namen von NS-Verfolgten durchsuchbar.

Nov. 2020
Vorträge im November

16. November – Workshop „Immersion und Reflexion. XR in historischen Museen und Gedenkstätten“: Wie kann Zeitgeschichte ortsspezifisch über immersive digitale Technologien erzählt werden? Dieser Frage und damit den neuen Herausforderungen historischer Museen und Gedenkstätten widmet sich ein Workshop von SPUR.lab und Regional STARTS Centre. In ihrer Keynote „Memory on Demand – Die Vermittlung von NS-Geschichte unter den Bedingungen digitaler Interaktivität“ gibt Sabine Moller (Abteilung Forschung und Bildung der Arolsen Archives) Anregungen und zudem Einblicke in die Ausrichtung unserer Bildungsarbeit.

18. November – Online-Seminar: „The Teaching of the Holocaust: Starting point for Citizenship and Human Rights Education“: Bei der fünftägigen Fortbildung vom 18. bis 24. November mit Lehrer*innen aus Portugal bietet Akim Jah seinen Workshop „The Arolsen Archives – A didactic and pedagogical approach“ an. Er umfasst einen Überblick über die Geschichte der Arolsen Archives, die Vorstellung der Bestände unter besonderer Berücksichtigung von Dokumenten mit Portugal-Bezug sowie Einführungen in die Nutzung der Online-Archive und die Archivpädagogik.

18. November – „Radio and Reconstruction“: Bei der Online-Podiumsdiskussion „Radio and Recontruction“ des United Nations Department of Global Communications hält Christian Höschler einen Vortrag zum Thema „Waiting to Hear Their Name. Radio and the Search for Missing Nazi Victims After World War II“.

20. November – „Plötzlich digital: NS-Gedenkstätten zwischen Web-Seminar und „Authentizität“: Bei der Online- Konferenz des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW stellt Christian Höschler mit seinem Vortrag „Ein Denkmal aus Papier – auch online?“ die digitale Dauerausstellung über die Geschichte der Arolsen Archives vor.

23. November – Deutsch-Polnisches Austauschlabor: Im Rahmen der #StolenMemory-Kooperation mit dem Deutsch-Polnischen Jugendendwerk wird vom 23. bis 26. November ein deutsch-polnisches Austauschlabor eingerichtet. Elisabeth Schwabauer und Anna Meier-Osiński bieten an allen Veranstaltungstagen Workshops zur neuen #StolenMemory-Internetpräsenz und zu Effektenrückgaben an. Die Teilnehmer*innen beschäftigen sich dabei mit Dokumenten über die Verfolgung von Stanislaus Zoltko aus Kielce. Das pädagogische Workshopmaterial wurde ins Polnische übersetzt.

26. November – Vortrag „Sources of the Holocaust“: Der Online-Vortrag von Akim Jah und Anna Meier-Osiński, “Sources of the Holocaust and from Concentration Camps Documents and Personal Items from the Arolsen Archives”, ist Teil einer Reihe der Holocaust Survivors‘ Friendship Association (HSFA) und der Universität Huddersfield (Großbritannien).

30. November – „Ein Denkmal aus Papier – mehr als Nummern und Namen“: Kerstin Hofmann und Elisabeth Schwabauer halten einen gemeinsamen Vortrag beim Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR).

Tore Fire Effekten nach Norwegen

01. Dez. 2020
Vollversammlung der International Holocaust Remembrance Alliance

Vom 16. November bis 3. Dezember treffen sich in Leipzig anlässlich der Vollversammlung der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) etwa 200 Delegierte, Expert*innen und Beobachter*innen aus den IHRA-Mitgliedsstaaten. Unsere Direktorin Floriane Azoulay nimmt am 1. Dezember am „Chair’s meeting with the Permanent International Partners“ teil und stellt dort das Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts vor.

03. Dez. 2020
Fenster in die Vergangenheit

Die Online- Fortbildung „Fenster in die Vergangenheit – Digitale Archive in Geschichtswettbewerben und im Schulunterricht“ wird unter anderen von der Ludwig-Maximilian-Universität München und der Bayerischen Museumsakademie veranstaltet. In ihrem Workshop „Die Arolsen Archives – Das Online-Archiv und historische Bildung zum Nationalsozialismus“ vermitteln Akim Jah und Elisabeth Schwabauer zahlreiche Ansätze für die Bildungsarbeit.

10. Dez. 2020
25 Familien in Norwegen erhalten Erinnerungsstücke zurück

Die norwegische Journalistin Gøril Grov Sørdal entdeckte bei einem Besuch der Arolsen Archives eine kleine Sammlung von persönlichen Gegenständen, die KZ-Häftlinge aus Norwegen bei ihrer Verhaftung durch die Nazis abgenommen wurden. Sie beschloss, bei der Suche nach den Verwandten der Verfolgten zu helfen, um ihnen diese Erinnerungsstücke zurückzugeben. Dank intensiver Recherche, guten Landeskenntnissen und Aufrufen in Fernsehen und Hörfunk findet sie in Zusammenarbeit mit den Arolsen Archives fast alle der gesuchten Familien und die persönlichen Gegenstände können ihnen zurückgegeben werden.