Warum hast Du Dein Pflichtpraktikum bei den Arolsen Archives gemacht?
Ich studiere in Marburg den Masterstudiengang Cultural Data Studies. In einem Seminar über digitale Archive lobte die Dozentin die Vorreiterrolle der Arolsen Archives bei der Digitalisierung von historischem Archivgut. Ich wurde neugierig und nahm an einer Exkursion nach Bad Arolsen teil. Der Arbeitsplatz Weltdokumentenerbe faszinierte mich sofort und ich bewarb mich für das Praktikum.
Was waren Deine Aufgaben bei den Arolsen Archives?
Ich habe in der Abteilung Process & Quality Management mitgearbeitet. In einem eigenen Projekt habe ich für die Arolsen Archives eine Anwendung entwickelt, mit der Daten, die bisher nur in Form von pdf-Dateien einsehbar waren, nun digital zugänglich und auswertbar sind. Konkret ging es um Listen mit Häftlingsnummern, die in den 1960er Jahren verschiedenen Konzentrationslagern und Zeiträumen zugeordnet werden konnten. Wir können anhand dieser Listen nachverfolgen, welche Nummer zu welchem Zeitpunkt und in welchem Konzentrationslager vergeben wurde. Das sind wichtige Informationen, um die individuellen Schicksale von NS-Opfern zu klären. Diese Inhalte können nun digital abgerufen, genutzt oder statistisch ausgewertet werden.
Was nimmst Du aus Deinem Praktikum mit?
Ich habe ganz viel über die Digitalisierung kultureller Inhalte lernen können. Gleichzeitig fühle ich mich darin bestätigt, das Richtige zu studieren. Ich konnte an einem Projekt mit hohem gesellschaftlichen Wert arbeiten und meine Fähigkeiten hier einbringen. Durch die Arbeit mit den Dokumenten der Arolsen Archives habe ich eine neue, anschauliche Perspektive auf die Geschichten der NS-Zeit erhalten. Außerdem hatte ich sehr viel Freude bei der Teamarbeit und nehme aus meinem Praktikum einen Vertrag als Werkstudentin bei den Arolsen Archives mit.
