Bauen Sie mit an einem digitalen Denkmal

Bauen Sie mit an einem digitalen Denkmal

Die Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Millionen von Menschen. Helfen Sie uns dabei, ihre Namen in das größte Online-Archiv über NS-Verfolgte zu bringen.

Vor 75 Jahren befreiten die Alliierten die Konzentrationslager. In diesem Jahr können Menschen aufgrund der Corona-Pandemie nicht zusammenkommen, um der vielen Millionen Opfer zu gedenken, die von den Nationalsozialisten an diesen Orten unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt, ausgebeutet und ermordet wurden.

Wir möchten mit dem Projekt „Jeder Name zählt“ eine Möglichkeit des aktiven Gedenkens bieten, an der jede*r unkompliziert von zuhause aus teilnehmen kann. 

Bereits zu Beginn des Jahres starteten wir „Jeder Name zählt“ mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern. Für einen Tag wurden die Dokumente lebendig und alle waren begeistert und stolz an diesem großen Projekt teilzuhaben.

Unser Ziel ist es, dass alle Namen in unserem Online Archiv gefunden werden können. Menschen überall auf der Welt sollen unkompliziert Informationen zum Schicksal ihrer Angehörigen erhalten. Mehr Informationen zum Projekt „Jeder Name zählt“ und den Arolsen Archives finden Sie weiter unten in unseren FAQs!

Wir bauen aus unseren Sammlungen das weltweit größte Online-Archiv über NS-Verfolgte auf. Viele Millionen Namen lassen sich schon einfach recherchieren. Doch längst noch nicht alle. Deshalb haben wir das Crowdsourcing-Projekt gestartet. Über eine Internet-Plattform kann nun jede*r ganz einfach dabei helfen, Informationen wie Namen und Geburtsdaten von den historischen Dokumenten in eine Datenbank zu übertragen.

Häufige Fragen zum Projekt "Jeder Name zählt"

Seit 2016 veröffentlichen die Arolsen Archives nach und nach ihre Dokumentenbestände in einem Online-Archiv. Die meisten Nutzer*innen suchen nach Namen. Vor allem für Listen fehlt häufig die digitale Verknüpfung mit den Namen, die sie enthalten. Daher werden die Listen bei der Namensuche nicht gefunden. Zum Teil sind sie der letzte Hinweis auf das Schicksal eines Menschen. Daher ist unser Ziel, das wir mit „Jeder Name zählt“ verfolgen, dass alle Namen auf allen Dokumenten in unserem Online-Archiv gefunden werden können!

Jede*r mit einem PC und einer stabilen Internetverbindung, kann bei „Jeder Name zählt“ mitmachen.

Eine Teilnahme ist in vier einfachen Schritten möglich:
1. Projektseite öffnen
2. Auf „Klassifizieren“ klicken oder unter „Fang an“ die Listen eines bestimmten Lagers zur Bearbeitung auswählen
3. Hilfreiche Hinweise für die Arbeit mit den Archivdokumenten durchlesen
4. Mithelfen!

Wir wollen, dass so bald wie möglich jeder einzelne Name von den Dokumenten der Arolsen Archives in unserem Online-Archiv gefunden werden kann –und damit der entsprechende Hinweis auf das Schicksal dieses Menschen.

Die Arolsen Archives unterliegen nicht nationalen Datenschutzrichtlinien, sondern spezifischen internationalen Bestimmungen. Diese besagen, dass die Dokumente aus dem Archiv mit wenigen Ausnahmen veröffentlicht werden können. Ausgenommen sind z.B. Anfragen, die jünger als 25 Jahre sind oder besonders sensible Dokumente wie Krankenakten.

Nein, eine Registrierung ist nicht nötig.

Keine Sorge! Um Fehler in der Datenbank zu vermeiden, muss jeder Name von zwei verschiedenen Personen identisch eingegeben werde. Erst dann wird er von dem System übernommen.

Die Daten werden von Mitarbeiter*innen der Arolsen Archives noch einmal überprüft und dann in die Datenbank übernommen, die dem Online-Archiv zugrunde liegt. Dieser Prozess dauert einige Wochen. Danach finden sich bei der Namensuche im Online-Archiv auch die entsprechenden Listen – und damit zum Teil der letzte Hinweis auf das Schicksal eines Menschen.

Für die Vorbereitung auf das Projekt empfehlen wir Ihnen die Handreichung „Ihre Grabstätten befinden sich nicht im hiesigen Bezirk“, Quellen zur Deportation der Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus. Diese finden Sie hier zum kostenlosen Download

Auf Wunsch erhalten Sie für die Projektarbeit (auch für den Einsatz im Schulunterricht) eine Auswahl an Dokumenten aus den Arolsen Archives, nach Möglichkeit auch mit einem lokalhistorischen Bezug. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Schulpilotprojekt in Hessen zum Holocaust Gedenktag in Januar 2020 arbeiten wir derzeit daran, eine vorgeschaltete, hinführende Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler zu entwickeln, die ab dem neuen Schuljahr verfügbar sein soll.

Der e-Guide liefert Hintergrundwissen zum Verständnis der historischen Quellen.

Punktuell nutzen wir OCR (optical character recognition) um maschinengeschriebene Dokumente zu indizieren. Diese Technologie eignet sich jedoch nicht für die Massenindizierung unserer Bestände, da diese extrem divers sind. Dies führt dazu, dass der Einsatz von OCR meist aufwändiger wäre, als die manuelle Indizierung.

Darüber hinaus geht es bei dem Projekt „Jeder Name zählt“ aber vor allem auch darum, dass die Freiwilligen aktiv den Opfern der NS-Verbrechen gedenken. Mit jeder bearbeiteten Liste helfen sie Betroffenen und ihren Familienangehörigen sowie Freunden, indem sie die letzte Spur der Menschen digital verschlagworten.

Bei den zu bearbeiteten Dokumenten handelt es sich um Listenmaterial aus den Konzentrationslagern. Dies sind zum Beispiel Transportlisten oder so genannte Statusmeldungen, auf denen verzeichnet ist, wer neu ins Lager kam, in ein anderes Lager überstellt wurde oder wer zu Tode kam.

Häufige Fragen zu den Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über die Verfolgten des Nationalsozialismus mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden der NS-Zeit. Die Sammlungen aus Millionen von Dokumenten zu Millionen von Schicksalen sind ein Denkmal aus Papier – von der UNESCO als Weltdokumentenerbe anerkannt.

Bad Arolsen ist eine nordhessische Kleinstadt, 45 km westlich von Kassel gelegen, mit rund 16.000 Einwohnern.

Nach dem Krieg markierte die Stadt die geografische Mitte der vier Besatzungszonen und war damit für alle gut erreichbar. Da die Stadt kaum zerstört war, bot sie außerdem gute Infrastrukturen und intakte Gebäude für die Arbeit des damaligen Suchdienstes.

Die Arolsen Archives wurden 1947 von den Alliierten gegründet. Ihre Ursprungsaufgabe damals: die Suche nach vermissten Opfern der NS-Diktatur und Dokumenten über die Verfolgungswege und NS-Verbrechen. Daraus ging 1948 der International Tracing Service (ITS) hervor. Über Jahrzehnte hat das Archiv Dokumente zu allen Opfergruppen des Hitler-Regimes zusammengetragen und aufbewahrt.

Seit 2013 gehört das Archiv zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. 2019 benannte sich die Einrichtung in Arolsen Archives um und ist heute ein internationales Zentrum über die Verfolgung im Nationalsozialismus.

Die Bestände der Arolsen Archives beinhalten Information zu allen Opfergruppen der NS-Verfolgung. Das macht sie weltweit einzigartig. Das Archiv umfasst über 30 Millionen Akten, Karteikarten und Namenslisten zu Opfern des Holocaust und Häftlingen der Konzentrationslager, zu ausländischen Zwangsarbeiter*innen und Überlebenden.

17,5 Millionen Namen auf Hinweiskarten erzählen von 17,5 Millionen Schicksalen. Außerdem bewahren die Arolsen Archives rund 2800 Effekten auf. Das sind persönliche Gegenstände ehemals NS-Verfolgter, die vor allem in Konzentrationslagern gefunden wurden. Sie sollen den Familien und Nachkommen der rechtmäßigen Besitzer*innen zurückgegeben werden.

75 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs leben nur noch wenige Zeitzeugen der NS-Verbrechen. Heute und in Zukunft müssen also mehr denn je die Dokumente der Arolsen Archives diese Vergangenheit bezeugen. Dafür werden sie aufbewahrt, aufbereitet und allen zugänglich gemacht.

Die Arolsen Archives sind ein lebendiges Denkmal gegen das Vergessen der Gräueltaten, die heute von neuen Rassisten und Antisemiten geleugnet werden. Jede*r kann über die Online-Archive der Arolsen Archives die Schicksale der Opfer erforschen, und sie so nicht in Vergessenheit geraten lassen.

232 Mitarbeiter*innen arbeiten in den verschiedenen Abteilungen der Arolsen Archives. Sie recherchieren zum Beispiel Schicksale für Familienangehörige oder Freunde der Opfer, konservieren und digitalisieren Dokumente, erforschen und vermitteln sie.

26 Millionen Dokumente zu 21 Millionen Namen sind online verfügbar und einsehbar. Interessierte aus aller Welt können im Online-Suchdienst der Arolsen Archives einzelne Schicksale recherchieren.

Mit „Jeder Name zählt“ leistet jede*r Mitwirkende*r seinen Beitrag dazu, dass noch mehr Suchanfragen erfolgreich verlaufen. Jede einzelne Deportationsliste, deren Namen in die Datenbank eingegeben wurde, erweitert die Datenbank des Online-Suchdienstes. So können noch mehr Familiengehörige und Freunde Antworten finden.

Seit Beginn seiner Arbeit erreichten das Archiv insgesamt Anfragen zu mehr als 3 Millionen Personen aus aller Welt.

718 internationale Gäste besuchten die Arolsen Archives 2019 persönlich, während über 40.000 Menschen im vergangenen Jahr im Online-Archiv recherchiert haben.

137 Familien haben 2019 persönliche Gegenstände von NS-Verfolgten erhalten und mehr als die Hälfte (52,2 %) der Anfragen konnten die Arolsen Archives mit Informationen und Dokumentenkopien beantworten.

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