Sie suchen Informationen über in der NS-Zeit verfolgte Angehörige? Sie forschen über nationalsozialistische Verfolgung oder planen ein Bildungsprojekt dazu? Die Arolsen Archives haben die größte Sammlung zu NS-Opfern, mit Schwerpunkten auf Dokumenten zu Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und Displaced Persons. Drei Wege führen zu diesem Archiv: Die Suche im Online-Archiv, eine Anfrage oder ein Besuch vor Ort.

Suche im Online-Archiv
Suche im Online-Archiv

Judenverfolgung, Vernichtungslager und alle nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nie vergessen werden. Um die Dokumente darüber weltweit zugänglich zu machen, stellen die Arolsen Archives sie nach und nach online.

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Dokumente der NS-Zeit verstehen
Dokumente der NS-Zeit verstehen

Akten aus der KZ-Verwaltung erklären sich nicht von selbst. Abkürzungen und Angaben, die Jahrzehnte nach dem Nazi-Regime kaum mehr bekannt sind, erläutert bespielsweise der e-Guide. Auch andere nützliche Hilfsmittel für die Arbeit mit Dokumenten aus den Arolsen Archives finden Sie hier.

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Blick in die Sammlungen
Blick in die Sammlungen

Was ist die Zentrale Namenkartei, die gewissermaßen das Herz der Arolsen Archives ist? Woher stammen die Kinderakten, die Schicksale Zehntausender Kinder und Jugendlicher beschreiben? Welche Dokumente gibt es aus der frühen Nachkriegszeit? Hier stellen wir Ihnen einzelne Sammlungen vor und zeigen Ihnen beispielhaft Dokumente dazu.

Angebote für Forscher*innen
Angebote für Forscher*innen

Die Arolsen Archives sind für eine Vielzahl von Forschungsfragen zum Thema NS-Verfolgung relevant. Die umfassende Möglichkeit der Namenssuche hilft zum Beispiel lokalen Gedenk-Initiativen in ihrer Arbeit. Mit verschiedenen Projekten weisen wir auf das Potenzial der Sammlung als Quelle für Wissenschaft und Forschung hin. Das gilt auch für den Bereich Digital Humanities mit der Bereitstellung von Dateien und Metadaten.  

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Ihre Anfrage
Ihre Anfrage

Sie möchten wissen, ob es in den Arolsen Archives Informationen zu einer bestimmten Person gibt? Schicken Sie uns Ihre Anfrage! Bitte verwenden Sie dazu unser Anfrage-Formular.

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Es gibt verschiedene Gründe für eine Reise zu den Arolsen Archives: umfangreiche Recherchen in der kompletten Datenbank oder eine Besichtigung unserer Dauerausstellung „Ein Denkmal aus Papier“. Angehörige von NS-Opfern können bei einem Besuch die Dokumente der Verfolgung im Original sehen und erhalten Erklärungen dazu.

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Häufige Fragen

Die Arolsen Archives publizieren fortlaufend Teile ihrer Sammlung online. Denn das größte Archiv über NS-Verfolgte muss als UNESCO-Welterbe auch der Welt zugänglich sein. Historiker*innen, Nachfahren von NS-Opfern, Lehrer*innen und andere Interessierte finden aktuell schon mehrere Millionen von Dokumenten zur NS-Zeit im Online-Archiv. Besonders umfassend ist der digitale Bestand zu Konzentrationslagern, Ghettos und NS-Haftanstalten. Darin finden Sie persönliche Unterlagen zu einzelnen Häftlingen. Besonders umfangreich ist die Sammlung der KZ Dachau und Buchenwald. Oder auch Namenslisten von Transporten.

Gut indiziert und deshalb gut recherchierbar sind die Akten zu Displaced Persons, die kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden. Dazu zählen beispielsweise Fragebögen der IRO (International Refugee Organization). Eine Besonderheit stellt die Sammlung der sogenannten Effekten dar. Die Arolsen Archives bewahren noch knapp 3000 Umschläge mit Gegenständen auf, die KZ-Häftlingen abgenommen wurden. Im Online-Archiv sehen Sie Fotos dieser persönlichen Dinge – oft der letzte Besitz der Menschen. 

Die Arolsen Archives haben 30 Millionen Original-Dokumente zu den Opfern der NS-Verbrechen. Diese dienten den Mitarbeiter*innen Jahrzehnte lang zur Suche nach Personen, nicht als wissenschaftliches Archiv. Entsprechend beansprucht es Zeit und Aufwand, die Massen heterogener Akten zu erschließen und für die Online-Stellung vorzubereiten. Die Arolsen Archives beschreiben ihre Teilbestände nicht bis hinunter ins kleinste Detail, sondern sehen sich in der Pflicht, sie in einer vertretbaren Zeit zu veröffentlichen. Das gilt gerade für Bestände von hohem öffentlichen Interesse, zum Beispiel KZ-Akten.

Auf diese pragmatische Art konnten die Arolsen Archives seit 2015 bereits mehrere Millionen Dokumente im Online-Archiv bereitstellen. Sie reichen von sehr komfortabel aufbereitetem Material wie den Akten zu Todesmärschen mit Suchfunktion per Landkarte bis hin zu Transportlisten, das nur in gescannter Form vorliegt und nicht durchsuchbar ist. Wir verbessern durch Erschließungs-Projekte mit verschiedenen Partnern kontinuierlich die digitale Themen- und Namenssuche.

Das Online-Archiv ist und bleibt für die kommenden Jahre nur ein Ausschnitt der ganzen Sammlung. Wenn Sie vollständige Informationen haben möchten, sollten Sie immer – ganz gleich ob Ihre Suche im Online-Archiv erfolgreich war oder nicht – parallel eine Anfrage an die Arolsen Archives richten. Das Team der Arolsen Archives arbeitet mit einer digitalen Version der Zentralen Namenkartei und hat andere Suchmöglichkeiten als im Online-Archiv zur Verfügung gestellt werden können.

Kleinere Anfragen wie Recherchen zum Schicksal einzelner NS-Opfer oder überschaubare Themenanfragen bearbeiten die Arolsen Archives gern für Sie: Füllen Sie dazu einfach unser Anfrageformular aus. Wir prüfen auch gerne vorab für Sie, ob sich ein Forschungsaufenthalt lohnt.

Für größere wissenschaftliche Arbeiten sollten Sie sich zu einem Besuch vor Ort anmelden. Das ist auch als Gruppe möglich. Sämtliche Fragen im Vorfeld Ihrer Archiv-Recherche beantworten unsere Mitarbeiter*innen gern. Den kompletten digitalisierten Bestand können Sie übrigens weltweit auch bei einer Reihe von Partnerinstitutionen einsehen.

Im Online-Archiv veröffentlichen die Arolsen Archives seit 2015 nach und nach ihre digitalisierten Bestände. Ein Großteil ist jedoch noch nicht im Internet einzusehen, sondern nur vor Ort oder bei einigen Mitgliedstaaten unseres Internationalen Ausschusses. Diese können die Kopie der digitalisierten Bestände zugänglich machen, damit die bedeutenden Dokumente zur NS-Verfolgung möglichst vielen Menschen weltweit offenstehen. Wissenschaftler*innen, Familien von NS-Verfolgten und andere Interessierte finden die jährlich aktualisierten Dateien hier:

  • Belgien: Archives de l’État en Belgique, Brüssel
  • Frankreich: Archives Nationales, Pierrefitte-sur Seine
  • Israel: Yad Vashem, Jerusalem
  • Luxemburg: Staatskanzlei – Erinnerungsdienst an die Opfer des Zweiten Weltkriegs, Luxemburg
  • Polen: Instytut Pamięci Narodowej (IPN), Warschau
  • USA: US Holocaust Memorial Museum (USHMM), Washington
  • Vereinigtes Königreich: The Wiener Library, London

Die Sammlung der Arolsen Archives zur NS-Verfolgung und den Folgen des Nationalsozialismus ist nicht nur die weltweit größte. Auch die Heterogenität der Dokumente stellt eine Besonderheit dar. Das macht sie besonders interessant, fordert Nutzer*innen aber auch heraus. Eine umfassende Übersicht bietet das Gesamtinventar. Mit seiner Hilfe können Sie einschätzen, ob Unterlagen für Ihr Projekt vorhanden sind. Vor einem Archiv-Besuch in Bad Arolsen können Sie Ihr Thema auf dieser Basis anrecherchieren. Auf Deutsch und Englisch finden Sie das Wichtigste zu Teilbeständen: vor allem Titel, Umfang, Signatur und Stichworte zum Inhalt. Sie können dabei über die Struktur oder die Stichwortsuche gehen.

Zu einzelnen Teilbeständen geben Findbücher und Spezialinventare der Arolsen Archives Auskunft, die jedoch nur über eine kurze Zeit erstellt wurden. In der Anfangsphase nach der Öffnung des Archivs gab es die Bestrebung, klassische Findbücher über die verschiedenen Teilbestände anzulegen. Es hat sich aber schnell gezeigt, dass die Aktualisierung und Weiterentwicklung des Online-Katalogs ein nützlicheres Hilfsmittel ist, da es weltweit zur bequemen Stichwortsuche genutzt werden kann.

Findbücher gibt es zu folgenden Themen:

Child Search Branch (Kindersuchdienst)
Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt
Akten der Geheimen Staatspolizei (Gestapo)
Dokumente des SS-Vereins „Lebensborn“
Kriegsgerichte der Deutschen Wehrmacht
Alliierte Militärtribunale
Verwaltungsamt für innere Restitutionen
Unterlagen zu Todesmärschen (Spezialinventar)
Nicht inventarisierte Erwerbungen
Sammlung Westerbork
NS-Verfolgung in den Benelux-Staaten
Kartei der „Sachdokumente“ der Sammlungsgruppe Inhaftierung und Verfolgung