Die Arolsen Archives bewahren die größte Sammlung zu NS-Opfern und damit ein UNESCO Weltdokumentenerbe. Das bedeutet eine große Verantwortung – und viel Arbeit, die wir nur als Team schaffen. Derzeit sind mehr als 200 Menschen bei der weltweit vernetzten Institution mit Sitz in Bad Arolsen beschäftigt. An der Schnittstelle von Gestern und Heute entstehen ständig neue Aufgaben: vielfältig, abwechslungsreich und immer interessant.

Wer arbeitet bei den Arolsen Archives?

Die Arolsen Archives sind ein Ort der Wahrheit, der Erinnerung und des Lernens. Hier geht es nicht nur darum, Dokumente zu bewahren, die den Holocaust und die NS-Verfolgung bezeugen. Wir machen die Quellen zugänglich und erzählen die Geschichten der Opfer: für Überlebende und ihre Angehörigen, Erzieher und Forscher sowie für die breite Öffentlichkeit. In einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsverleugnung unsere Demokratie bedrohen, sind unsere wichtigsten Anliegen:

  • Bildung und Forschung zur NS-Verfolgung ermöglichen
  • Das Andenken der Opfer bewahren
  • Junge Generationen über die NS-Verfolgung aufklären
  • Zugang zu unserem Archiv ermöglichen

Dafür suchen wir Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, sich für Geschichte und Politik interessieren und gute Ideen für unsere vielfältigen Bildungs-, Forschungs- und Kommunikationsprojekte haben.

Christiane Weber, Historikerin

„Es ist unglaublich, was man alles auf Karten und Formularen über das Schicksal eines Menschen erkennen kann, wenn man nur das nötige Kontextwissen besitzt“, meint Christiane Weber, deren Aufgabe es ist, historische Dokumente und Texte verstehbar zu machen. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Anglistik in Gießen und arbeitete jahrelang für die Arbeitsstelle Holocaustliteratur. Anschließend war sie Lektorin bei einem Wissenschaftsverlag.

In den Arolsen Archives erarbeitete sie den e-Guide, ein Onlineangebot, das ein breites Hintergrundwissen bietet zu Dokumenten, die im Archiv aufbewahrt werden.

Jens Paul, Bibliotheksmitarbeiter

Als Jens Paul 1996 als Listenprüfer beim ITS begann, ahnte er nicht, wo er 20 Jahre später arbeiten würde. Anfangs prüfte er für Renten- oder Entschädigungsverfahren Listen ehemaliger ausländischer Zwangsarbeiter*innen. Parallel dazu reiste Jens Paul auch durch deutsche Archive und verfilmte Unterlagen über ehemalige NS-Verfolgte. Seit 2007 ist er in der Bibliothek beschäftigt. Dort berät er Mitarbeiter*innen und Besucher*innen, die Fachbücher zur NS-Verfolgung suchen.

Was erwartet Mitarbeiter*innen bei den Arolsen Archives?

  • Eine sinnvolle Arbeit. Wir sind UNESCO-Weltdokumentenerbe und bewahren das Andenken von 17,5 Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Wer bei den Arolsen Archives arbeitet, arbeitet für die Aufklärung und gegen das Vergessen.
  • Ein internationales Umfeld. Die Arolsen Archives  sind als Zentrum über NS-Verfolgung mit vielen Partnern weltweit verbunden. Sie bearbeiten Anfragen von überall her und bringen ihre Kampagnen und Projekte ins Ausland. Unser Team vereint die unterschiedlichsten Muttersprachen von Französisch über Hebräisch bis Polnisch unter einem Dach!
  • Ein passgenaues Arbeitsmodell. Nicht jeder kann seinen Lebensmittelpunkt nach Bad Arolsen verlegen. Die Arolsen Archives finden flexible Lösungen, wo immer es möglich ist. Das schreiben wir uns nicht nur auf die Fahnen, sondern auch in die Verträge.
  • Ein Team, das gern mitmacht. Motivation kann man nicht verordnen – aber man kann sie fördern. Indem man Mitarbeiter*innen zuhört, neue Ideen honoriert und gegenseitig Respekt aufbringt. Bei den Arolsen Archives stimmt die Atmosphäre.
  • Ein Beruf, der ausfüllt, aber Raum für die Familie lässt. Die Arolsen Archives stehen hinter ihren Mitarbeiter*innen. Auch wenn es um ihre persönliche Situation geht. Wir unterstützen Familien mit individuellen Modellen, etwa was flexible Arbeitszeiten angeht.
  • Ein vielfältiges Programm zur Weiterbildung. Unsere Aufgaben wandeln sich ständig. Die Digitalisierung betrifft zum Beispiel nicht nur die Arbeitsweise, sondern das Archiv in seinem Kern. Workshops, Seminare und Tutorials bringen Mitarbeiter*innen gezielt auf den neuesten Stand.   

Praktika für Studierende

Sie studieren Geisteswissenschaften, Archivwissenschaften, Informationswissenschaften, Journalismus/Public Relations oder Digital Humanities? Bewerben Sie sich für Ihr Pflichtpraktikum bei den Arolsen Archives!

 

Die Pflichtpraktika (vorgeschriebene Zwischenpraktika) sind gemäß der geltenden Prüfungsordnung obligatorisch. Sie sind hinsichtlich der Sozialversicherung versicherungsfrei. Ein Entgelt können die Arolsen Archives leider nicht zahlen. Pro Semester können zwei Praktikumsplätze angeboten werden.

Die Praktikumsgestaltung richtet sich nach dem erreichten Fachsemester des Studierenden. Angeboten werden:

  • Basispraktikum für Studierende im 2. bis 4. Fachsemester: Mitwirkung aller Fachabteilung
  • Praktikum für Studierende ab dem 5. Fachsemester: Kennenlernen aller Fachabteilung; anschließend Fortführung in der Fachabteilung, die dem Studienschwerpunkt des Studierenden entspricht
  • Praktikum für spezielle Projektarbeiten per Stellenausschreibung

 

Dauer und Voraussetzungen

Die Praktika sollten einen zeitlichen Rahmen von mindestens 6 Wochen, maximal 12 Wochen umfassen.

Als Praktikant*in sollten Sie Interesse an der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung und deren Auswirkungen auf nachfolgende Generationen haben. Wichtig sind außerdem Aufgeschlossenheit, Flexibilität und Motivation sowie die Bereitschaft, sowohl eigenständig als auch im internationalen Team zu arbeiten.  Gute Sprachkenntnisse in Englisch sind von Vorteil. Weitere Sprachkenntnisse, insbesondere Polnisch und Russisch, sind hilfreich.

 

Bewerbungsverfahren

  • Bewerbungsschluss für Praktika im Sommersemester (1.4. – 30.9.) ist der 30.11. des Vorjahres
  • Bewerbungsschluss für Praktika im Wintersemester (1.10. – 31.3.) ist der 31.5. des lfd. Jahres

Bitte richten Sie Ihre vollständige Bewerbung (mit Nachweis zum Pflichtcharakter des Praktikums) an: hr@arolsen-archives.org

Allgemeine Rückfragen richten Sie gerne an: Human Resources, Telefon 05691/629 – 120

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ASF Freiwilligendienst bei den Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind Projektpartner für den internationalen Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), die Freiwillige für ein Jahr in eines von 13 Projektländern entsenden.

 

Die ASF-Freiwilligen helfen den Arolsen Archives dabei, Einzelschicksale von Verfolgten des NS-Regimes im digitalisierten Archiv zu recherchieren, um den Menschen hinter den Dokumenten ein Gesicht zu geben und die Erinnerung wachzuhalten. Ihre Aufgabe ist es, polnisch- oder russischsprachige Teams auch durch Übersetzungstätigkeiten sowie die Bearbeitung von Anfragen zu unterstützen. Im Bereich Forschung und Bildung arbeiten sie zudem an aktuellen Projekten mit, führen Recherchen für Anfragen von Forschenden sowie von Gedenk- und Bildungsinitiativen durch und betreuen Besuchergruppen mit.

Sprachliche Voraussetzungen für eine freiwillige Tätigkeit bei den Arolsen Archives sind muttersprachliche Polnisch- oder Russisch-Kenntnisse und gute Grundkenntnisse in Deutsch oder Englisch. Wichtig ist darüber hinaus das Interesse an der Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und ihrer Auswirkung auf nachfolgende Generationen.

Mehr Informationen zum ASF Freiwilligendienst.

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