Arbeitsplatz Welterbe: Geschichte erfahrbar machen

Arbeitsplatz Welterbe: Geschichte erfahrbar machen

Die Arolsen Archives bewahren die größte Sammlung zu NS-Opfern und damit ein UNESCO Weltdokumentenerbe. Das bedeutet eine große Verantwortung – und viel Arbeit, die wir nur als Team schaffen. Derzeit sind mehr als 200 Menschen bei der weltweit vernetzten Institution mit Sitz in Bad Arolsen beschäftigt. An der Schnittstelle von Gestern und Heute entstehen ständig neue Aufgaben: vielfältig, abwechslungsreich und immer interessant.

»Hier arbeiten Menschen daran, dem Vergessen zu wehren, Namen zu finden und zu bewahren – sie arbeiten also daran, die Würde des Menschen zu erhalten.«

Joachim Gauck, Deutscher Bundespräsident von 2012 bis 2017 bei seinem Besuch in Bad Arolsen im Jahr 2010.

Wer arbeitet bei den Arolsen Archives?

Die Arolsen Archives sind ein Ort der Wahrheit, der Erinnerung und des Lernens. Hier geht es nicht nur darum, Dokumente zu bewahren, die den Holocaust und die NS-Verfolgung bezeugen. Wir machen die Quellen zugänglich und erzählen die Geschichten der Opfer: für Überlebende und ihre Angehörigen, Erzieher und Forscher sowie für die breite Öffentlichkeit. In einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsverleugnung unsere Demokratie bedrohen, sind unsere wichtigsten Anliegen:

  • Bildung und Forschung zur NS-Verfolgung ermöglichen
  • Das Andenken der Opfer bewahren
  • Junge Generationen über die NS-Verfolgung aufklären
  • Zugang zu unserem Archiv ermöglichen

Dafür suchen wir Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, sich für Geschichte und Politik interessieren und gute Ideen für unsere vielfältigen Bildungs-, Forschungs- und Kommunikationsprojekte haben.

Christiane Weber, Historikerin

„Es ist unglaublich, was man alles auf Karten und Formularen über das Schicksal eines Menschen erkennen kann, wenn man nur das nötige Kontextwissen besitzt“, meint Christiane Weber, deren Aufgabe es ist, historische Dokumente und Texte verstehbar zu machen. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Anglistik in Gießen und arbeitete jahrelang für die Arbeitsstelle Holocaustliteratur. Anschließend war sie Lektorin bei einem Wissenschaftsverlag.

In den Arolsen Archives erarbeitete sie den e-Guide, ein Onlineangebot, das ein breites Hintergrundwissen bietet zu Dokumenten, die im Archiv aufbewahrt werden.

Jens Paul, Bibliotheksmitarbeiter

 Als Jens Paul 1996 als Listenprüfer beim ITS begann, ahnte er nicht, wo er 20 Jahre später arbeiten würde. Anfangs prüfte er für Renten- oder Entschädigungsverfahren Listen ehemaliger ausländischer Zwangsarbeiter*innen. Parallel dazu reiste Jens Paul auch durch deutsche Archive und verfilmte Unterlagen über ehemalige NS-Verfolgte. Seit 2007 ist er in der Bibliothek beschäftigt. Dort berät er Mitarbeiter*innen und Besucher*innen, die Fachbücher zur NS-Verfolgung suchen.

Was erwartet Mitarbeiter*innen bei den Arolsen Archives?

  • Eine sinnvolle Arbeit. Wir sind UNESCO-Weltdokumentenerbe und bewahren das Andenken von 17,5 Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Wer bei den Arolsen Archives arbeitet, arbeitet für die Aufklärung und gegen das Vergessen.
  • Ein internationales Umfeld. Die Arolsen Archives  sind als Zentrum über NS-Verfolgung mit vielen Partnern weltweit verbunden. Sie bearbeiten Anfragen von überall her und bringen ihre Kampagnen und Projekte ins Ausland. Unser Team vereint die unterschiedlichsten Muttersprachen von Französisch über Hebräisch bis Polnisch unter einem Dach!
  • Ein passgenaues Arbeitsmodell. Nicht jeder kann seinen Lebensmittelpunkt nach Bad Arolsen verlegen. Die Arolsen Archives finden flexible Lösungen, wo immer es möglich ist. Das schreiben wir uns nicht nur auf die Fahnen, sondern auch in die Verträge.
  • Ein Team, das gern mitmacht. Motivation kann man nicht verordnen – aber man kann sie fördern. Indem man Mitarbeiter*innen zuhört, neue Ideen honoriert und gegenseitig Respekt aufbringt. Bei den Arolsen Archives stimmt die Atmosphäre.
  • Ein Beruf, der ausfüllt, aber Raum für die Familie lässt. Die Arolsen Archives stehen hinter ihren Mitarbeiter*innen. Auch wenn es um ihre persönliche Situation geht. Wir unterstützen Familien mit individuellen Modellen, etwa was flexible Arbeitszeiten angeht.
  • Ein vielfältiges Programm zur Weiterbildung. Unsere Aufgaben wandeln sich ständig. Die Digitalisierung betrifft zum Beispiel nicht nur die Arbeitsweise, sondern das Archiv in seinem Kern. Workshops, Seminare und Tutorials bringen Mitarbeiter*innen gezielt auf den neuesten Stand.   

Praktika für Studierende

Bei den Arolsen Archives können Studierende (Pflicht-)Praktika absolvieren – gerne abteilungsübergreifend oder auch mit einem Schwerpunkt, z. B. auf Forschung, Archivierung oder den Suchdienst.

Insbesondere Studierenden der Geschichtswissenschaften, Soziologie, Politologie, Informationswissenschaften oder Erziehungswissenschaften bieten die Arolsen Archives Pflichtpraktika an. Die Pflichtpraktika (vorgeschriebene Zwischenpraktika) sind gemäß der geltenden Prüfungsordnung obligatorisch. Sie sind hinsichtlich der Sozialversicherung versicherungsfrei. Ein Entgelt können die Arolsen Archives leider nicht zahlen. Pro Semester können zwei Praktikumsplätze pro Abteilung angeboten werden.

Die Studierenden sollten vor allem ein Interesse an der Geschichte der deutschen nationalsozialistischen Gewaltherrschaft haben, sowie an deren Auswirkung auf nachfolgende Generationen. Darüber hinaus sollten sie Bereitschaft und Freude haben, im internationalen Team und eigenständig zu arbeiten und eine große Aufgeschlossenheit, Flexibilität und Motivation mitbringen. Gute Sprachkenntnisse in Englisch sind von Vorteil. Für Praktika in der Abteilung Tracing, die täglich viele Anfragen aus der ganzen Welt bearbeitet, sind auch weitere Sprachkenntnisse hilfreich, insbesondere Polnisch oder Russisch.

Bitte richten Sie Ihre vollständige Bewerbung (evtl. mit Nachweis zum Pflichtcharakter des Praktikums) unter Angabe der gewünschten Abteilung an:

Arolsen Archives

Personal- und Sozialwesen

Große Allee 5-9

34454 Bad Arolsen

 

Allgemeine Rückfragen: Personal- und Sozialwesen, Tel. 05691/629 – 120

 

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Freiwilliges Soziales Jahr bei den Arolsen Archives

Die Arolsen Archives bieten ab sofort Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an. Voraussetzung für eine freiwillige Tätigkeit bei den Arolsen Archives ist das Interesse an der Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und ihrer Nachwirkung auf nachfolgende Generationen.

Der/die Freiwillige wird überwiegend im Referat Pädagogik und Bildung tätig sein. Das Referat berät Bildungsträger, entwickelt Workshopkonzepte, erstellt pädagogische Materialien und führt Bildungsveranstaltungen durch. Hauptzielgruppe sind dabei Lehrer/innen und Akteure der außerschulischen historisch-politischen Bildung. Im Fokus stehen die „Displaced Persons“, das heißt die Überlebenden des Holocaust, der Konzentrationslager und der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Zu den Aufgaben der/des Freiwilligen gehören die Mitarbeit in bestehenden Projekten und die Betreuung von Gruppen. Dabei besteht die Möglichkeit zu einer eigenen Schwerpunktsetzung, etwa in Bezug auf die Erforschung lokalgeschichtlicher Quellen.

In der Abteilung Auskunftserteilung für Überlebende und Angehörige wird der/die Freiwillige zudem Einzelschicksale von Verfolgten des NS-Regimes im digitalisierten Archiv recherchieren, um den Menschen hinter den Dokumenten ein Gesicht zu geben und die Erinnerung wachzuhalten.

Die Freiwilligendienste bei den Arolsen Archives finden im jährlichen Rhythmus von September bis August des Folgejahres statt.Um in das Programm FSJ / BFD aufgenommen zu werden, ist es erforderlich, dass Sie Ihre Bewerbung mit Lebenslauf und einem Motivationsschreiben sowohl an die Diakonie Hessen mit einem Verweis auf die Arolsen Archives, als auch per Mail an personalstelle@arolsen-archives.org senden. Gerne beantworten wir auch Rückfragen unter dieser Mailadresse.

Mehr Informationen zu aktuellen Bewerbungsverfahren

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ASF Freiwilligendienst bei den Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind Projektpartner für den internationalen Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), die Freiwillige für ein Jahr in eines von 13 Projektländern entsenden.

Die ASF-Freiwilligen helfen den Arolsen Archives dabei, Einzelschicksale von Verfolgten des NS-Regimes im digitalisierten Archiv zu recherchieren, um den Menschen hinter den Dokumenten ein Gesicht zu geben und die Erinnerung wachzuhalten. Ihre Aufgabe ist es, polnisch- oder russischsprachige Teams auch durch Übersetzungstätigkeiten sowie die Bearbeitung von Anfragen zu unterstützen. Im Bereich Forschung und Bildung arbeiten sie zudem an aktuellen Projekten mit, führen Recherchen für Anfragen von Forschenden sowie von Gedenk- und Bildungsinitiativen durch und betreuen Besuchergruppen mit.

Sprachliche Voraussetzungen für eine freiwillige Tätigkeit bei den Arolsen Archives sind muttersprachliche Polnisch- oder Russisch-Kenntnisse und gute Grundkenntnisse in Deutsch oder Englisch. Wichtig ist darüber hinaus das Interesse an der Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und ihrer Auswirkung auf nachfolgende Generationen.

Mehr Informationen zum ASF Freiwilligendienst.

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