Die EU-Kommission will ab sofort Antisemitismus europaweit bekämpfen. Mit verschiedenen Maßnahmen soll die Zukunft jüdischen Lebens in Europa gesichert werden.

Juden und Jüdinnen fühlen sich oft nicht sicher in der EU: Neun von zehn Juden sind der Ansicht, dass der Antisemitismus in ihrem Land zugenommen hat und 38 % von ihnen haben bereits eine Auswanderung in Betracht gezogen. Die EU-Kommission will die Situation von Juden und Jüdinnen mit drei Maßnahmen verbessern:

  1. Prävention und Bekämpfung aller Formen des Antisemitismus
  2. Schutz und Förderung jüdischen Lebens in der EU
  3. Bildung, Forschung und Holocaust-Erinnerung

Diese Maßnahmen werden durch die internationalen Bemühungen der EU zur weltweiten Bekämpfung des Antisemitismus ergänzt.

»Europa kann nur gedeihen, wenn sich seine jüdischen Gemeinden sicher fühlen und gedeihen.«

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission

Antisemitismus passt nicht zu Werten der EU

Vizepräsident für die Förderung der europäischen Lebensweise, Margaritis Schinas, erklärte: „Antisemitismus ist mit den Werten der EU und unserer europäischen Lebensweise unvereinbar. Diese Strategie – die erste ihrer Art – ist unsere Verpflichtung, sie in all ihren Formen zu bekämpfen und eine Zukunft für jüdisches Leben in Europa und darüber hinaus zu sichern. Wir schulden es denen, die im Holocaust umgekommen sind, wir schulden es den Überlebenden und wir schulden es zukünftigen Generationen.“

 

Floriane Azoulay

»Wir begrüßen es sehr, dass Antisemitismus als europaweites Problem ernst genommen wird und die EU-Kommission mit ihrer Strategie gezielt dagegen angehen will.«

Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives

 

Unwissen über den Holocaust

Laut EU-Kommission hat jede*r 20. Europäer*in noch nie vom Holocaust gehört. Als internationales Zentrum über NS-Verfolgung sehen die Arolsen Archives es als zentrale Aufgabe, zu Debatten rund um Erinnerung und Aufarbeitung der NS-Zeit, politische Verfolgung, Antisemitismus und Rassismus beizutragen.

Vor diesem Hintergrund ist die neue Initiative der EU-Kommission auch für Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, ein wichtiges Signal: „Wir begrüßen es sehr, dass Antisemitismus als europaweites Problem ernst genommen wird und die EU-Kommission mit ihrer Strategie gezielt dagegen angehen will. Aus unseren Projekten wie #everynamecounts haben wir gelernt, dass wir junge Menschen motivieren können, eine Brücke zu bauen: zwischen der Erinnerung an die NS-Opfer und für Respekt, Vielfalt und Demokratie in der heutigen Gesellschaft. Wir möchten uns gerne mit solchen Angeboten in noch mehr Ländern der EU engagieren, um unseren Beitrag zu der Umsetzung dieser wichtigen EU-Initiative zu leisten.“

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