Crowdsourcing-Projekt: Jeder Name zählt…!

Crowdsourcing-Projekt: Jeder Name zählt…!

Am kommenden 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und Internationalen Holocaust-Gedenktag starten die Arolsen Archives das Crowdsourcing-Projekt „Jeder Name zählt“ mit einem Aktionstag in hessischen Schulen.

Wir haben ein Ziel: So bald wie möglich sollen alle Namen aus den Dokumenten der Arolsen Archives im Online-Archiv gefunden werden können. Daran arbeiten wir mit verschiedenen Partnern, unseren eigenen Mitarbeiter*innen und mit neuen technischen Verfahren. Und wir beginnen mit dem Crowdsourcing-Projekt „Jeder Name zählt“, so dass Interessierte dabei helfen können, die Informationen auf den Dokumenten zu erfassen, und die Bedeutung dieser Arbeit kennenlernen. Oft ist der Name auf einer Liste die letzte Spur eines Menschen vor seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten. Daher ist es besonders für Familienangehörige enorm wichtig, die Namen einfach und von überall auf der Welt aus finden zu können.

Am 27. Januar 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und Internationalen Holocaust-Gedenktag, werden wir mit hunderten Schülerinnen und Schülern aus ganz Hessen dieses Projekt starten. Der Aktionstag steht unter der Schirmherrschaft der hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung Kristina Sinemus.

»My father never talked about the relatives he lost. So recovering even a name on a list is very important for us. These files add much more information. I am so appreciative of the efforts made in uploading this data.«

Feedback einer Nutzerin des Online-Archivs

Die Herausforderung

Anders als bei den individuellen Unterlagen sind die Namen auf den Deportations- und Transportlisten bislang nicht online suchbar, sondern nur über ein kompliziertes System in der Datenbank der Arolsen Archives. Damit sie im Online-Archiv gefunden werden können, müssen die auf den Dokumenten enthaltenen Informationen abgetippt und mit den digitalen Kopien verknüpft werden. Dies geschieht über eine einfach verwendbare Online-Plattform, zu der die teilnehmenden Schulen Zugang erhalten.

Die Dokumente

Im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Auschwitz-Befreiung erhalten die Schülerinnen und Schüler Zugriff auf Listen von Transporten, mit denen Menschen zur Zwangsarbeit aus dem Konzentrationslager Auschwitz in andere Lager auf dem Gebiet des Deutschen Reichs gebracht wurden. Diese Originallisten haben wir erst vor kurzem neu gescannt. Sie sind in dieser Form noch kaum bearbeitet worden. Außerdem stellen wir die Deportationslisten aus den Städten Kassel, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt zur Verfügung.

Am 13. August 1944 wurden 1000 ungarische, slowakische und slowenische jüdische Frauen und Mädchen vom Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau nach Münchmühle in Allendorf (heute Stadtallendorf) transportiert. Sie wurden gezwungen, für ein Tochterunternehmen der Firma Dynamit Nobel hochgiftiges TNT in Sprengstoffhülsen zu füllen. Auch ihre Namen werden am 27. Januar erfasst.

Wer kann Teil des Projektes werden?

Bislang beteiligen sich rund 20 Schulen, gerne können sich weitere Bildungseinrichtungen anmelden. Mitmachen können kleine Projektgruppen oder ganze Jahrgangsstufen der Klassen zehn und elf. Zeitlich sollten mindestens zwei Schulstunden zur Verfügung stehen. Die Schüler*innen können zu zweit an einem PC arbeiten. Die Eingabe der Namen erfordert Konzentration und kann nur über einen relativ kurzen Zeitraum durchgeführt werden. Für eine sinnvolle Umsetzung des Projektes ist eine entsprechende Einführung notwendig. Die Schulen erhalten von uns pädagogisches Material zur Vor- und Nachbereitung.

Haben Sie Interesse, sich mit Ihren Schüler*innen an dem Projekt zu beteiligen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an christa.seidenstuecker@arolsen-archives.org

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