Erste umfassende Bibliographie zum Thema Displaced Persons veröffentlicht

Erste umfassende Bibliographie zum Thema Displaced Persons veröffentlicht

Auf der Homepage der Arolsen Archives steht allen Interessierten ab sofort erstmalig eine umfassende, filterbare Fachbibliographie zur Geschichte der Displaced Persons (DPs) nach 1945 zur Verfügung, zu der Forscher*innen auch selbst aktiv beitragen können.

„Mit diesem Tool wollen wir eine Leerstelle füllen, denn es gibt bislang keine zentrale Bibliographie zum Thema Displaced Persons“, so Christian Höschler, stellvertretender Leiter der Abteilung Forschung und Bildung bei den Arolsen Archives. „Wir haben den Anspruch, sämtliche relevante Forschungsliteratur zum Thema zu erfassen. Das bedeutet zum einen, dass wir eine Datenbank anlegen und laufend aktualisieren müssen. Gleichzeitig wenden wir uns an die Fachcommunity und bitten Forscherinnen und Forscher, uns relevante Veröffentlichungen zu melden, insofern wir sie noch nicht in der Bibliographie berücksichtigt haben.“ Mit Links zur „WorldCat“-Datenbank lassen sich zusätzlich zu den Schriften auch die Bibliotheken ausfindig machen, die sie vorhalten.

Seit den frühen Studien der 1980er hat sich die DP-Forschung zu einem dynamischen und internationalen Forschungsgebiet entwickelt. Damit stieg auch die Zahl der Veröffentlichungen. Aus einem lange übersichtlichen Gebiet der historischen Forschung wurde so ein weites Feld, das sich u.a. mit der folgenorientierten NS-Forschung, der jüdischen Zeitgeschichte und den sog. Aftermath Studies überschneidet. Mittlerweile gibt es so viel Literatur, dass eine umfassende Bibliographie
notwendig ist, um den Überblick über relevante Neuerscheinungen zu behalten.

Die immense Anzahl an personenbezogenen Unterlagen aus den DP-Camps der frühen Nachkriegszeit, die die Arolsen Archives aufbewahren, machen sie zu einer der weltweit größten Sammlungen zum Thema. Die Geschichte der Displaced Persons ist daher auch ein Forschungsschwerpunkt der Arolsen Archives sowie ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Die laufend gepflegte Bibliographie stellt also ein internes Werkzeug wie auch ein Dienstleistungstool dar. Vor dem Hintergrund heutiger Massenphänomene von weltweiter Flucht, Vertreibung und Migration gewinnt das Thema einen weiteren aktuellen und relevanten Aspekt.

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