Statement zu dem Anschlag in Hanau

„Erneut kam es in Hessen zu einem rechtsextremen Anschlag. Wir sind erschüttert von der rassistischen Gewalttat, die ein rechtsradikaler Mann gestern in Hanau verübt hat. Wir denken an die Opfer des Anschlags und die Verletzten, an die trauernden Angehörigen und Freunde.

Wenn sich rechte Ideologien ausbreiten, folgt rechtsextremer Terror. Wer aufgrund von Herkunft, Ethnie oder Religion gegen Menschen hetzt, der wirft den ersten Stein. Das führt in direkter Verbindung zu Verbrechen wie jetzt in Hanau – und wie zuvor in Halle, Christchurch oder Pittsburgh, wie auch bei dem Mord am Politiker Walter Lübcke und landesweit bei der Terrorserie des NSU. Die Täter wähnen sich als Vollstrecker der öffentlichen Meinung.

Viele der Reaktionen auf das Attentat zeigen, dass Rechtsextremismus in Deutschland mittlerweile als ernste Bedrohung der Gesellschaft wahrgenommen wird. Gefährlich lange war das nicht der Fall. Das lässt sich nicht ungeschehen machen. Um so wichtiger ist es, dass wir jetzt auf allen Ebenen entschlossen handeln und wachsamer sind.

Als das weltweit umfassendste Archiv über NS-Verfolgte sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere Bildungsarbeit weiter auszubauen. Wir werden die Dokumente aus unserem Archiv als Zeugen ’sprechen‘ lassen. Sie erinnern daran, wie rassistische Parolen und rechte Ideologien zu einem Zivilisationsbruch mit Millionen Toten und Verfolgten geführt haben.“

Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives

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