#everynamecounts – jeder Name zählt und das überall. Unter diesem Motto starteten die Arolsen Archives am 8. Mai 2021, dem Tag der Befreiung, eine Aktion zum Schwerpunkt „Erinnern vor Ort“. Mit dieser Initiative möchten wir kleine Erinnerungsorte und -initiativen sichtbar machen und ihnen eine Stimme für ihre wertvolle und wichtige Arbeit leihen. 

Die systematische Verfolgung von Millionen von Menschen fand nicht im Geheimen, sondern an vielen Orten statt: Die Stätten von Verfolgung, Terror und Ausbeutung befanden sich in direkter Nachbarschaft. Im Fokus der medialen Wahrnehmung und Berichterstattung stehen bei Gedenktagen jährlich die großen Gedenkstätten auf den ehemaligen Lagergeländen. Dadurch festigt sich in der Öffentlichkeit das falsche Bild, dass sich die Verbrechen der Nationalsozialisten an wenigen und zentralen Orten abgespielt haben.

Die große Mehrheit der zahllosen KZ-Außenlager, Zwangsarbeiter*innenlager, Kriegsgefangenenlager und anderen Stätten von Verfolgung, Terror und Ausbeutung fallen in der medialen Darstellung zurück oder bleiben gänzlich unbeachtet. Wir geben kleineren Gedenkstätten und -initiativen die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum über die verschiedenen Kanäle der Arolsen Archives zu präsentieren.

Wir danken unserem Partner, der Alfred-Landecker-Stiftung, für ihre wertvolle Unterstützung und Förderung.

Ihr Gedenkort soll auch Teil der Kampagne sein? So kann es aussehen:

  • Während sogenannter Take-Over-Days haben Sie die Möglichkeit sich auf den Social Media-Kanälen der Arolsen Archives zu präsentieren.
  • Im Rahmen der Kooperation können die verschiedenen Organisation auch von der digitalen Infrastruktur der Arolsen Archives profitieren und Teil des digitalen Denkmals werden.

Wie sich Ihre Gedenkstätte auf unseren Social-Media Kanälen präsentieren könnte, zeigen wir am Beispiel der Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V.:

Originaldokumente aus den REIHMAG-Rüstungswerken in Kahla. Copyright: Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V.

Karten, Fotos und Tagebücher –die Arolsen Archives digitalisieren für den Förderverein „@Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V.“ eine umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten aus den REIMAHG-Rüstungswerken in Kahla.

Die Dokumente liefern wichtige Informationen über Zwangsarbeiter*innen, die dort zur Rüstungsproduktion eingesetzt wurden: Wer waren die Arbeiter? Woher kamen sie und wie waren sie untergebracht?

Die Übergabe entstand aus einer Zusammenarbeit mit Patrick Brion. Seit 1993 widmet er sich mit dem Förderverein der Erforschung der Geschichte der REIMAHG-Werke im Walpersberg. In der REIMAHG (kurz für „Reichs Marschall Hermann Göring“) mussten von 1944 bis 1945 mindestens 12.000 Zwangsarbeiter*innen in einer unterirdischen Anlage Messerschmitt Düsenjäger bauen.

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Giora Zwilling

„Es ist ein Schatz für Gedenkstätten und Gedenkinitiativen, dass unsere Freiwilligen bei #everynamecounts die Bestände zu kleineren Lagern erfassen. Schon bald wird man in unserem Online-Archiv gezielt danach suchen können und neue Erkenntnisse gewinnen.“

Giora Zwilling, Stellvertretender Archivleiter bei den Arolsen Archives

Lokal gedenken

#everynamecounts sind wir alle: Gemeinsam arbeiten wir an einem Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus und werden gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung aktiv. Je größer unsere Community desto stärker sind wir!

Bereits mit dabei

Diese Gedenkstätten und -initiativen sind bereits dabei und haben sich im Rahmen des Aktionszeitraums seit dem 8. Mai 2021 auf unseren Kanälen vorgestellt:

Auch ohne die Digitalisierung von Dokumenten hat die Initiative einen direkten Nutzen für Ihre Gedenkstätte. Was macht Ihren Gedenkort aus? Lassen Sie es uns wissen, wir unterstützen Sie gerne dabei, Teil der Kampagne zu werden.

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