Die systematische Verfolgung von Millionen von Menschen fand nicht im Geheimen, sondern an vielen Orten statt. Mit unserer Initiative #ErinnernVorOrt möchten wir kleinen Erinnerungsorten und -initiativen eine Stimme für ihre wertvolle und wichtige Arbeit leihen.

Im Fokus der medialen Wahrnehmung und Berichterstattung stehen bei Gedenktagen meist die großen Gedenkstätten auf den ehemaligen Lagergeländen. Dadurch festigt sich in der Öffentlichkeit das Bild, dass sich die Verbrechen der Nationalsozialist*innen an wenigen und zentralen Orten abgespielt haben. Doch: Die Stätten von Verfolgung, Terror und Ausbeutung befanden sich in direkter Nachbarschaft. Sie wuchsen in die Gesellschaft hinein und waren eng mit ihr verbunden. Gerade weil die meisten Überlebenden der NS-Verfolgung nicht mehr am Leben sind, gewinnen diese kleineren und dezentralen Gedenkorte an Bedeutung.

Im Rahmen einer Kooperation mit unserer #ErinnernVorOrt-Initiative profitieren Organisationen von drei wichtigen Punkten: 

  1. unserer digitalen Infrastruktur.
  2. der Reichweite der Kanäle der Arolsen Archives.
  3. dem Netzwerk-Charakter der #ErinnernVorOrt-Initiative.

 

Wir danken unserem Partner, der Alfred-Landecker-Stiftung, für ihre wertvolle Unterstützung und Förderung.

Giora Zwilling

»Es ist ein Schatz für Gedenkstätten und Gedenkinitiativen, dass unsere Freiwilligen bei #everynamecounts die Bestände zu kleineren Lagern erfassen. Schon bald wird man in unserem Online-Archiv gezielt danach suchen können und neue Erkenntnisse gewinnen.«

Giora Zwilling, stellvertretender Archivleiter bei den Arolsen Archives

Jetzt mitmachen!

Was macht Ihren Gedenkort aus? Lassen Sie es uns wissen, wir unterstützen Sie gerne dabei, Teil der Kampagne zu werden. Sprechen Sie uns am besten direkt über das Kontaktformular an.

Diese Gedenkstätten sind bereits mit dabei:

Beispiel: Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg

Wie eine solche Kooperation aussehen könnte, zeigen wir am Beispiel der Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg.

Die Arolsen Archives digitalisierten für den Förderverein eine umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten, unter anderem Karten, Fotos und Tagebücher aus den REIMAHG-Rüstungswerken in Kahla. Sie liefern wichtige Informationen über Zwangsarbeiter*innen, die dort zur Rüstungsproduktion eingesetzt wurden. Die Übergabe entstand aus einer Zusammenarbeit mit Patrick Brion. Seit 1993 widmet er sich mit dem Förderverein der Erforschung der Geschichte der REIMAHG-Werke im Walpersberg. In der REIMAHG (kurz für „Reichs Marschall Hermann Göring“) mussten von 1944 bis 1945 mindestens 12.000 Zwangsarbeiter*innen in einer unterirdischen Anlage Messerschmitt Düsenjäger bauen.

In Website-Artikeln und Social Media-Posts konnte sich der Verein einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Patrick Brion sieht den Mehrwert von #ErinnernVorOrt aber auch in der Netzwerk-Funktion, als „eine Art Hub, wo sich alle Akteure treffen und vernetzen können.“

#ErinnernVorOrt auf unseren Kanälen

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