USA, Kanada, Israel, Russland oder Polen: Freiwillige aus aller Welt erfassten bei unserer Langen Nacht des digitalen Denkmals rund 10.000 Häftlingsnamen aus dem Konzentrationslager Dachau und gedachten damit der Opfer der Novemberpogrome 1938. Bei der Langen Nacht des digitalen Denkmals haben viele der Teilnehmer*innen aus aller Welt sich zudem informiert, was wir bei den Arolsen Archives tun und wie jede*r einzelne einen Beitrag dazu leisten kann.

Die Teilnehmer*innen an unserem „Virtual Open Archive“ kamen digital zusammen und lernten die Arbeit der Arolsen Archives kennen. Nachdem Christian Höschler die Arbeit der Arolsen Archives in einem Vortrag vorgestellt hatte, boten rund 30 Mitarbeiter*innen unseres Hauses in sechs virtuellen Räumen ein buntes Programm: Einer Führung durch unser Hauptarchiv von Ottawa aus beiwohnen? Oder unsere digitalen Tools in St. Petersburg kennenlernen? Das war an diesem Abend kein Problem: „Für mich war vor allem die Führung durch das Archiv selbst und die Ausstellung sehr informativ! Meine Fragen sind alle beantwortet worden, insbesondere auch die, wieso so ein Archiv in dem beschaulichen Arolsen liegt – man würde es ja eher in eine Großstadt vermuten“, schrieb Teilnehmerin Kirsten Deutsch uns nach der Veranstaltung.

 

Adrian

»Mir ging es sehr nahe, diese Dokumente zu sehen. Man merkt besonders, wie nah und alltäglich das Geschehen damals war.«

Adrian, Student

 

Im Mittelpunkt standen aber unsere Initiative #everynamecounts und das Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938. Anlässlich dieses Jahrestages hatten wir Originaldokumente aus dem Konzentrationslager Dachau zur digitalen Erfassung bereitgestellt: In der Sammlung der Arolsen Archives befinden sich Zugangsmeldungen aus Dachau. Anhand dieser Dokumente wird der sprunghafte Anstieg der Häftlinge im Konzentrationslager Dachau klar. Als „Haftgrund“ findet sich bei allen: „Schutzhaft Jude“. Die Originaldokumente machen deutlich, wie am 9. November 1938 und in den Tagen danach die Ausgrenzung einer Bevölkerungsgruppe in offene Gewalt umschlug.

 

Im Rahmen der „Langen Nacht des digitalen Denkmals“  wurden 10.000 Namen digitalisiert. Zudem gab es in sechs virtuellen Räumen ein informatives Programm.

 

Aktive Erinnerungsarbeit

Durch das Erfassen der Häftlingsnamen erinnerten die Teilnehmer*innen aktiv an die Ereignisse und besonders an die Verschleppung von 30.000 Juden in Konzentrationslager. Am Ende des Abends waren rund 10.000 Namen digitalisiert. Dazu besonders beigetragen haben auch Studierende. An der Pennsylvania State oder der Leuphana Universität Lüneburg trafen sie sich in Gruppen zur gemeinsamen Mitarbeit bei #everynamecounts: „Mir ging es sehr nahe, diese Dokumente zu sehen. Man merkt besonders, wie nah und alltäglich das Geschehen damals war. Es hätte jeden treffen können, wenn man der falschen Gruppe angehörte oder am falschen Ort geboren war. Das gibt besonders zu denken“, sagte Student Adrian sichtlich ergriffen.

Ein großes Dankschön geht an alle Teilnehmer*innen und besonders an den Asta Lüneburg für das tolle Engagement, ohne das die Lange Nacht des digitalen Denkmals so nicht stattgefunden hätte.

Beim Erfassen der Häftlingsnamen aus dem Konzentrationslager Dachau gibt es immer noch jede Menge zu tun! Wir wollen mit Euch zusammen, den Verfolgten des Nationalsozialismus ein digitales Denkmal errichten. Damit auch zukünftige Generationen sich an die Namen und Identitäten der Opfer erinnern können. Es geht zudem um unsere heutige Gesellschaft. Denn der Blick zurück zeigt uns, wohin Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus führen.

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