Zwei umgestaltete Übersee-Container, kurze animierte Filme und eine moderne Website: Dank einer Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wird die Kampagne #StolenMemory 2020 um eine Wanderausstellung ergänzt.

Seit August 2020 läuft die Wanderausstellung im Container im Rahmen der BKM-Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räumen“ und reist durch zahlreiche kleine und mittelgroße Städte (bis 20 000 Einwohner). Seit 2021 ist ein zweiter Ausstellungscontainer hinzugekommen, der auch größere Städte ansteuert. Thema der Ausstellung sind die persönlichen Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge, die auf Postern gezeigt und anhand derer die Geschichten der NS-Verfolgten dargestellt werden.

Bis heute haben die Arolsen Archives seit dem Start der Kampagne 2016 über 500 dieser sogenannten Effekten an Familien von NS-Verfolgten zurückgegeben. Für die Familien sind die erhaltenen Gegenstände von unschätzbarem Wert. Sie machen die Erinnerung und das Andenken greifbar und sind oft die letzte Spur zu den Opfern. In den Arolsen Archives befinden sich noch immer rund 2500 Umschläge mit dem persönlichen Besitz von Menschen aus über 30 Ländern. Sie gehören nicht zum Archivbestand, sondern warten auf die Rückgabe an die Familien.

Container macht Ausstellung mobil

Die Ausstellung möchte mit Plakaten zur Suche nach Angehörigen aufrufen und die Geschichte von NS-Verfolgten erzählen. Hauptbestandteil ist ein mobiler, umgestalteter Übersee-Container, dessen Seitenwände schwenkbar sind und damit Raum für die Plakate bieten. Der Architekt Stefan Blaas hat ihn entworfen, die Konstruktion und der Bau erfolgte durch die Berliner Container-Manufaktur.

Zum einen geht es in der Ausstellung um die Suche nach Familien. Gezeigt werden fünf Plakate mit Eigentum von ehemaligen Häftlingen, für die wir noch keine Nachfahren finden konnten. Auf fünf weiteren Plakaten werden die Geschichten von erfolgreichen Rückgaben an Familien erzählt. Die Angehörigen kommen dabei mithilfe einer Augmented-Reality-App selbst zu Wort. Wer die App runterlädt und sein Smartphone auf das Plakat richtet, kann kurze Filme anschauen. Darin berichten die Nachfahren von den Verfolgungs-Schicksalen und davon, was ihnen die zurückgegebenen Gegenstände bedeuten.

Im Video beschreiben einige Austellungsbesucher*innen ihre Eindrücke vom #StolenMemory Container. 

Animierte Filme und Webstories

Begleitend zur Ausstellung gibt die #StolenMemory-Website interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories und Zeitzeugen-Videos erzählen von individuellen Schicksalen. Die Website bietet zudem pädagogisches Material, informiert über die Route der Wanderausstellung und zeigt einige der persönlichen Gegenstände in einer 360-Grand-Darstellung.

Zur Website

Die Ausstellung ist leicht zugänglich und eignet sich auch für Jugendliche. Durch Kooperationen mit örtlichen Institutionen, wie Schulen und Vereine, können so zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit Biografien und Dokumenten arbeiten und nach Spuren von Angehörigen suchen.

Für die Kommunen entstehen übrigens keine Kosten – die Arolsen Archives liefern den Container und holen ihn auch wieder ab. Alles, was wir brauchen ist ein guter Standort, an dem es viel Publikumsverkehr gibt. Denn das ist das Konzept der Wanderausstellung: Man „stolpert“ darüber im öffentlichen Raum – die Menschen werden durch die persönlichen Gegenstände und Schicksale aktiviert, sich mit der nationalsozialistischen Verfolgung und ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit auseinanderzusetzen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Wenn Sie die Ausstellung in Ihrer Kommune oder Stadt zeigen möchten oder den Kontakt zu der jeweiligen Stadtverwaltung herstellen wollen, freuen wir uns auf Ihre Nachricht!

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