Ein umgestalteter Übersee-Container, kurze animierte Filme und eine moderne Website: Dank einer Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wird die Kampagne #StolenMemory 2020 um eine Wanderausstellung mit Begleitprogramm ergänzt.

Die Zahl der Projekte um die Kampagne #StolenMemory wächst. Ab Juni 2020 startet eine Wanderausstellung im Rahmen der BKM-Fördermaßnahme „Kultur in ländlichen Räumen“. Thema der Ausstellung sind die persönlichen Gegenstände ehemaliger KZ-Häftlinge, die auf Postern gezeigt und anhand derer die Geschichten der NS-Verfolgten dargestellt werden.

Bis heute haben die Arolsen Archives seit dem Start der Kampagne 2016 einige Hundert dieser sogenannten Effekten an Familien von NS-Verfolgten zurückgegeben. Für die Familien sind die erhaltenen Gegenstände von unschätzbarem Wert. Sie machen die Erinnerung und das Andenken greifbar und sind oft die letzte Spur zu den Opfern. In den Arolsen Archives befinden sich noch immer knapp 2.800 Umschläge mit dem persönlichen Besitz von Menschen aus über 30 Ländern. Sie gehören nicht zum Archivbestand, sondern warten auf die Rückgabe an die Familien.

Die Ausstellung möchte mit Plakaten zur Suche nach Angehörigen aufrufen und die Geschichte von NS-Verfolgten erzählen. Hauptbestandteil der Wanderausstellung ist ein mobiler, umgestalteter Übersee-Container, dessen Seitenwände schwenkbar sind und damit Raum für die Plakate bieten.

Begleitend zur Ausstellung gibt eine Augmented-Reality-App den Besuchern die Möglichkeit, Videoportraits einzelner Angehöriger aufzurufen und ihre persönliche Geschichte zu hören. Eine zusätzliche Website zeigt zahlreiche weitere Effekten aus den Arolsen Archives und kurze, animierte Filme erzählen von den individuellen Schicksalen ihrer früheren Besitzer. Die Website bietet zudem pädagogisches Material, informiert über die Route der Wanderausstellung und dokumentiert einzelne Stationen.

Die Ausstellung ist leicht zugänglich und eignet sich für alle Altersgruppen. Durch Kooperationen mit örtlichen Institutionen, wie Schulen und Vereine, können so zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit Biografien und Dokumenten arbeiten und nach Spuren von Angehörigen suchen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Die neue Wanderausstellung wird in einem Zeitraum von zwei Jahren an mindestens 20 verschiedenen Orten mit unter 20.000 Einwohnern innerhalb Deutschlands zu sehen sein. Wer die Ausstellung gerne in seiner Kommune zeigen möchte oder den Kontakt zu der jeweiligen Stadtverwaltung herstellen kann, wendet sich bitte an: pr@arolsen-archives.org