Am 9. November 2021 jähren sich die Novemberpogrome zum 83. Mal. Mit der „Langen Nacht des digitalen Denkmals“ wollen wir gemeinsam mit Studierenden, Universitäten und Fachhochschulen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und ein Zeichen für Respekt, Vielfalt und Demokratie setzen.

Die Novemberpogrome waren ein Wendepunkt in der Geschichte der Judenverfolgung: Nach den antisemitischen Ausschreitungen wurde eine neue Welle von Gesetzen verabschiedet, die die Rechte der jüdischen Bevölkerung noch weiter einschränkten.

Doch wie war es dazu gekommen? Nach dem Attentat des polnischen Juden Herschel Grynszpan an einem deutschen Diplomaten befeuerte das NS-Regime Gewaltmaßnahmen gegen Jüdinnen und Juden. Das Ergebnis: über 1.400 ausgebrannte und geplünderte Synagogen, zerstörte Wohnhäuser und Geschäfte, bis zu 1.500 Todesopfer. Etwa 30.000 Juden wurden schon am Tag nach Beginn der Novemberpogrome in deutsche Konzentrationslager verschleppt; über 10.000 von ihnen nach Dachau. Als „Haftgrund“ findet sich bei allen: „Schutzhaft Jude“. Dokumente der Arolsen Archives aus genau diesen Tagen verdeutlichen den sprunghaften Anstieg von Häftlingen im KZ Dachau.

 

Wenn Ausgrenzung in offene Gewalt umschlägt

Im Rahmen der Veranstaltung „Lange Nacht des digitalen Denkmals“ sollen am 9. November genau diese Dokumente indiziert, also digital erfasst werden, um sie Nutzer*innen weltweit in unserem Online-Archiv zur Verfügung zu stellen. Entstanden ist die Idee auf Initiative der Studierendenvertretung der Leuphana Universität Lüneburg. Eine besondere Rolle spielen deshalb Freiwillige von Universitäten und Hochschulen, die wir von 17:30 bis 19 Uhr in unser „Virtual Open Archive“ einladen, einem digitalen Raum, in dem wir gemeinsam Informationen der Dokumente indizieren.

Hier haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und von anderen Projekten der Arolsen Archives zu erfahren. Ergänzt wird das gemeinsame Indizieren durch ein vielfältiges Begleitprogramm in Breakout-Sessions (Sprachen: deutsch und englisch, die Hauptveranstaltung findet auf Englisch statt) mit zusätzlichen Info-Angeboten und der Möglichkeit zu Diskussion und Austausch.

Jede*r kann einen Beitrag leisten, ob zehn Minuten oder mehrere Stunden, damit sich auch zukünftige Generationen an die Namen und Identitäten der Opfer erinnern.

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